10.12.2021 - Schlussrunde in der NLB: Nimzowitsch - Tribschen l 89

Hier der Bericht zum letzten Spieltag. Zuerst das Positive. Da der Gegner mind. ein 4:4 für den sicheren Aufstieg benötigte war es ein Gebot der Sportlichkeit, daß wir mit voller Kapelle angetreten sind, auch wenn es für uns nur noch um die "goldene Ananas" ging. Ganz anders als Winterthur, die mit ihrem "Nicht-Antreten" und 0:8 ff gegen Glogoric diesen den Klassenerhalt abschenkten. Das spricht für einen poistiven Teamgeist unsererseits.

Nimzowitsch trat immerhin auch mit 4 Titelträgern und dem ehemaligen D Meister Thomas Luther an Brett 1 an. Aus der Eröffnung kamen eigentlich alle ganz gut heraus. Jürgen hatte einen kleinen Vorteil, den er aber nicht in einen vollen Punkt umwandeln konnte, remis gegen IM Florescu, auch wenn dieser nicht mehr viel stärker einzuschätzen ist als Jürgen ein Teilerfolg, denn klar war, daß ein Gewinn nur über Erfolge an den hinteren 4 Brettern zu erreichen war.

Daniel hatte nach einem ungenauen Zug seines Gegners einen wichtigen Bauern gewonnen. Wieso nach Da5+ die Stellung so schnell zusammenbrach entzog sich meiner Beobachtung. Vielleich kann Daniel hier noch etwas ergänzen. Auch etwas überraschend schnell dann die Niederlage von Markus (vielleicht muss man auf d3 nehmen). Irgendwie muss da im Turmendspiel (oder kurz vorher) etwas schief gegangen sein.  Gleich danach war Kevin gegen GM Luther aus meiner Sicht einfach chancenlos. Vielleicht ist sein französischer Aufbau mit der "Nicht-Rochade" und Kf8 gegen so ein großes Kaliber einfach zu optimistisch. So stand es relativ schnell 3,5 für Nimzo. Etwas kurios, daß alle Spitzenbretter doch relativ schnell gespielt waren.

Lubo hatte schon in der Eröffnung leichten Nachteil und diese manifestierte sich dann in einem Bauernenspiel. Das sah auch nicht mehr gut aus. Auch Roman  stand eher schlechter als besser, Albert auf Ausgleich. Roman hat es wohl versäumt, früher aktiv zu werden und einen Königsangriff zu starten. Für einen W Spieler ist mir das einfach zu brav. Bei Albert hätte ich mir gewünscht, daß der S einmal auf c5 eingepflanzt würde, was er dann später auch tat. Warum das früher nicht möglich war, konnte ich nicht erkennen. Vielleicht wiel dann a7 schwach würde.

Ich stand, wie ein Weißer eben zu stehen hat. Leicht besser, aber mein Gegner hat sich ziemlich solide aufgebaut. Als ich dann die Pace verschärft habe und auch ein gewisses Risiko einging (Se5, da sonst die Dame nach f4 kommt und sie da unangenehm für mich steht, weil ich die Königsstelung lockern muss, um sie wieder zu vertreiben), hat es mein Gegner versäumt ebenso scharf weiterzu spielen (dxc4). Da ich schon 2x gegen Christoph Drechsler gespielt habe, war mir das fast klar, denn er liebt es eher positionell zu spielen und geht scharfen Verwicklungen eher gerne aus dem Weg. Da ist es schon gut, wenn man seinen Gegner ein wenig einschätzen kann und seine Spielweise ein wenig darauf ausrichtet.

Danach ( c5 - Db8 nebst Sf3 und später f4, f5) war das nur noch Spiel auf ein Tor. Allerdings hat er sich wirklich zäh verteidigt. Den Einschlag (Lxg6) hat er wohl übersehen. Die Alternative wäre gewesen in ein verlorenes Läufer Endspiel mit einem Minusbauern zu gehen, daß doch recht einfach für mich gewonnen wäre. Seit langer Zeit war ich zum ersten Mal voll mit meiner ganzen Partie zufrieden.

Somit 1,5:3,5 aus unserer Sicht. Allerdings wäre es surreal gewesen, in den verbleibenden 3 Partien noch auf 3 P zu hoffen. Roman hatte inzwischen einen Minusbauern im T + 2 Leichtfiguren Endspiel, dafür aber das L-Paar und gab dann dieses gegen Bauerngewinn auf. Das verbleibende Endspiel T+L+h+g Bauer vs T+L+f+h Bauer war dann tot remis und darauf einigte man sich dann auch zeitnah. Somit war Nimzo durch.

Bei Lubo wurde immer mehr Material getauscht und der Vorteil in Gestalt des (Mehr-D-Bauern) verfestigte sich. Sah eher nach Verlust als nach Remis aus, zumal der Gegner dann auch seinen L ins Spiel gewinnbringend ins Spiel bringen konnte. Albert konnte dann seine Partie noch vorteilhaft gestalten und am Ende  wurde es ein Mehrbauer in einem T+b-Bauern gegen T Endspiel. Da der gegnerische König schon weit abgedrängt war, konnte Albert hier am Ende souverän den vollen Punkt einfahren.

Saisonfazit.

Bis auf die peinliche Auftaktniederlage gegen Glarus ein guter 4. Platz. Das Ziel war ja "nur" der Klassenerhalt und da kann sich der 4. Platz sehen lassen. Wir haben relative wenige ( 6 Einsätze ) Spieler aus der 2. Mannschaft gebraucht, die dann auch noch 3,5/6 geholt haben. Dafür vielen Dank. Dies resultiert vor allem auch daher, daß wir einen Kader von 10 Spielern zurückgreifen können. Somit muss erst bei 3 Ausfällen auf die 2. Mannschaft zurückgegriffen werden. Das ist ein Luxus, den sich die meisten anderen Mannschaften nicht leisten können. 

Überragend in der Einzelbetrachtung ist Jürgen mit 4/5  und einem Erfolgsscore von fast 2500. Respekt und Anerkennung für diese bärenstarke Leistung. Ansonsten waren dann nur noch die Ersatzspieler Toni und Frank im positiven Bereich.

Allerdings ist festzuhalten, daß durch den starken Neuaufsteiger Glarus, die sofort auf Platz 3 landeten die Klasse nominell stärker geworden ist, auch wenn viele Mannschaften Probleme haben, alle ihre Stammspieler an die Bretter zu bringen.  Gerade an den vorderen Brettern ist inzwischen eine IM Norm möglich (wenn mal 9 Runden gespielt werden).

Deshalb, für nächste Saison, sollten wir uns vornehmen, noch öfter an den hinteren Bretten zu punkten, sonst könnte es einmal knapp werden mit dem Klassenerhalt.