23.01.2022 - Cercle valaisan 1 - Tribschen 1 (ergänzt) l 161

Während wir leider nur zu siebt in Sierre auflaufen konnten, traten unsere Gegner mit zwei GMs an – Mihajlo Stojanovic und Marian Petrov. Mit einem Punkt Rückstand gingen wir also in das schwierige Match.

Bei Roman (an Brett 2 gegen GM Petrov) sah es schon früh recht wüst aus. Der GM entwickelte einen schnellen Bauernsturm am Königsflügel, dem Roman nicht viel entgegenzusetzen hatte.

Bei Lubo (mit Schwarz an 1 gegen GM Stojanovic) war ich mir am Anfang nicht sicher. Es stand früh ein weisser Bauer auf e6, das aber nicht sehr sicher. Mir schien, dass ich das schon einmal gesehen hatte (Theorie?) und dass das wohl gut für Schwarz spielbar ist. Lubo bewies das auch und erlangte eine gute Stellung. Es entstand ein Endspiel, in dem er Läufer und drei Bauern gegen Turm bei noch einigen weiteren Bauern auf dem Brett hatte. In der kurzen Analyse am Schluss (es war die letzte Partie) war unklar, ob es einen Gewinnweg für Lubo gegeben hätte. Das Remis ist aber sicher eine bärenstarke Leistung. Herzliche Gratulation dazu!

An Brett 2 kämpfte Toni mit schwarz. Hier seine Zusammenfassung der Partie: «Mein Gegner spielte bis zum 20. Zug extrem schnell und so kam ich problemlos zu einer klar bessern Stellung mit allen Schwerfiguren auf der c-Linie. Leider frass ich zu früh einen Bauern und musste kurz darauf die Qualität opfern. Trotzdem war die Stellung ausgeglichen. Wenn ich dann nicht so verbissen das Dauerschach gesucht und stattdessen seinen Turm im Abseits gehalten hätte, wäre das Remis unvermeidlich gewesen.»

Rambert holte an Brett 4 ein – wie mir scheint – kaum je gefährdetes Unentschieden. Allerdings kann ich dazu kaum etwas sagen, da ich von der Partie fast nichts mitbekommen habe.

Ebenso geht es mir bei dem Sieg von Christoph. Toller Einstand mit 1.5/2 in der ersten Mannschaft, herzliche Gratulation auch an ihn! Soweit ich gesehen habe, stand er schon früh etwas besser und hat das offenbar sicher zum Sieg ausgebaut. Hier seine eigene Zusammenfassung (danke dafür!): «Ein weniger gebräuchliches Abspiel im Holländischen habe ich intuitiv behandelt und dabei unwissentlich eine Empfehlung von Taimanow befolgt. So kam ich mit gutem Zusammenspiel der Springer und Läufer aus der Eröffnung heraus. Alles fokussierte sich auf das Feld c3. Mit einem Scheinopfer (19… Se4!) konnte ich seine Stellung über dieses Feld aushebeln und Material gewinnen. 21… Df2 hätte alles klar gemacht. Ich habe leider einen umständlicheren aber doch ungefährdeten Weg zur Verwertung des Materials gewählt.»

Ich selbst fühlte mich ausgangs der Eröffnung eher schlecht – obwohl sogar recht lange alles im Rahmen der Theorie blieb. Aber im frühen Mittelspiel misshandelte ich die Stellung doch erheblich und stand auch objektiv schlecht. Allerdings bereitete ich etwas dubioses Gegenspiel vor und plante einen Trick, den mein Gegner auch prompt zuliess. Danach hatte ich einen glatten Springer mehr und konnte diesen im Endspiel verwerten.

Eine spannende Partie gab es auch bei Dani an Brett 6. Die Stellung war geschlossen und sah nach einem Unentschieden aus, wenn sich niemand zu unbegründeten Aktivitäten verleiten lassen würde. Aber Danis Gegner wollte mehr und gab seinen Läufer, um dafür am Damenflügel Bauern zu gewinnen. Danis Springer und die Dame in Kombination waren aber zu stark, und er fand mit wenig Zeit auf der Uhr einen sehr schönen Durchbruch zum Matt.

Fazit: Ein echter Kampftag und ein hart erkämpftes Unentschieden für unser Team. Ein toller Tag für Lubo mit dem Schwarzremis gegen den GM!