25.01.2022 - l 166

Vorneweg die nackten Zahlen und Fakten:

Tribschen 2 – Zug 1   1.5 – 4.5

Brett 1 (w) Meti Haxhosaj (1707) – Richard Zweifel (2214)                           0 - 1

Brett 2 (s): Mario Bobbià (1797) – Serge Wilhelm (2031)                              0 - 1

Brett 3 (w): Markus Eichenberger (1922) – Willi Dürig (2079)                       0 - 1

Brett 4 (s): Claudio Caduff (1864) – Gavin Zweifel (1849)                            0 - 1

Brett 5 (w): Thomas Bachmann (1892) – Cyrill Leuthold (1968)                   1 - 0

Brett 6 (s): Hugo Ensmenger (1847)  – Martija Stauber (1809)                 0.5 - 0.5

Bei unserem erstem Heimspiel hatten wir ausgerechnet die nominell stärkte Mannschaft in unserer Gruppe zu Gast. Da half es auch nichts, dass ich (gezwungermassen) etwas taktisch aufstellte. Zug platziete mit Richard Zweifel, Serge Wilhelm und Willi Dürig wie erwartet ihre stärksten Spieler an den ersten drei Brettern. Gegen diese Elo-Übermacht wurde es schwierig bis unmöglich etwas zu holen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Als erster musste Mario relativ früh die Waffen strecken. Gegen die Trompovsky Eröffnung seines Gegners hatte er von Anfang an Mühe und kam sehr schlecht aus der Eröffnung heraus. Serge hatte keine Mühe, sein erdrückendes Bauenzentrum in Materialgewinn umzumünzen.

Als nächster gab sich Claudio geschlagen, der sich eher untypisch für ihn auf ein bekanntes Figurenopfer von Weiss einliess, bei dem sein Königsflügel zerschmettert wurde und Schwarz seinen Damenflügel nur unter Einsatz von Opfern entwickeln konnte. Da half es auch nichts, dass Schwarz zwei Leichtfiguren für den Turm hatte und fast alles getauscht wurde bis auf die 2 Türme von Weiss und Läufer, Springer und Turm von Schwarz und einige Bauern. Aber wenn man Springer und Turm nicht entwickeln kann, hilft der Matervorteil auch nichts. Das war vom Sohn von Richard Zweifel sehr agressiv und gut gespielt.

Das sechste Brett, an dem ich Platz genommen hatte, erlebte eine ziemlich intensive Zeitnotschlacht meines Gegners. Er hatte in der Eröffnung sehr viel Zeit investiert, wahrscheinlich aufgrund meines eher unkonventionellem Spiels. Mit Schwarz probiere ich im Moment gerne etwas aus. Das hat diesmal soweit gut geklappt. Ich konnte am Königsflügel sehr aktiv werden und ihn mit allerlei Drohungen beschäftigen. Meinen König hatte ich auf den Damenflügel rochiert, weshalb ich seinen auf den Flügel rochierten König unter Beschuss nahm. Das gefiel ihm gar und so begab er sich auf den Weg an den Damenflügel. Hier nahm ich ihn sogleich wieder unter Beschuss. In der Zeitnot erwischt ich ihn dann oder ich glaubte es zumindest. Ich zwang seinen Läufer und seine Dame in eine Kreuzfesselung. Das hatte ich mir soweit gut zurecht gelegt. Wenn ich mit der Dame den Bauern auf b2 nehme, kann er mit dem Läufer meine Dame nicht nehmen, weil dieser durch meinen Läufer gefesselt ist. Und wenn er meinen Läufer mit seinem Läufer nimmt, dann hängt seine Dame. Er müsste somit seine Dame ziehen, sonst würde ich seinen Läufer mit Schach nehmen. Leider blitzte ich mit und „vergass“ einfach, dass ich seine Dame schlagen konnte, nachdem er meinen Läufer genommen hatte, und schlug seinen Läufer mit Schach. Die Partie endete dann mit einem für mich enttäuschenden Remis.

Stand nach 3 Partien: 0.5 : 2.5.

Am ersten Brett hatte es unser Newcomer ‚Meti‘ gleich mit dem grössten Brocken zu tun. Sein Gegner wollte von Anfang an keine Zweifel  darüber aufkommen lassen, wer Chef auf dem Brett ist. Warum nur heisst er Richard Zweifel und nicht Richard Keinzweifel