30.08.2023 - Matchbericht NLB: Tribschen - Winterthur 2 l 220

Das Gute zuerst. Wir konnten 4,5:3,5 gewinnen und durch den überraschenden Punktverlust von Nimzowitsch gegen Uzwil sind wir alleiniger Tabellenführer. Winthi, für die es nur noch um die goldene Ananas gibt konnte ihre Bretter 1+2+4 nicht ans Brett bringen und trat mit 3 talentierten Jugendlichen an. Nominell waren wir bis auf mein Brett an jedem Brett besser besetzt. Aber so wie Geld keine Tore schießt, gewinnt Rating noch keine Punkte.

Aus der Eröffnung tat sich nicht viel. Davide verbesserte mit W im IM Duell gegen Kelecevic immer ein wenig seine Stellung, musste aber gegen das Läuferpaar spielen. Dafür hatte S eine Schwäche auf d6. 

Kevins Stellung gefiel mir nach Lf5, dem sein Gegner gleich g4 entgegensetzen konnte nicht sehr gut. Aber das sind halt "Kevin Stellungen". Die sind immer sehr dynamisch und schwer zu sagen, wie es ausgeht.

Brett 3 baute sich Lubomir sehr solide auf, großen Vorteil konnte ich allerdings keinen erkennen.

Ein Brett weiter hatte Jürgen klein, sein junger Gegner groß rochiert und das versprach ein spannendes Wettrennen, wer schneller ist.

Bei mir an Brett 5 hatte ich etwas Vorteil aus der Eröffnung. Ein frühes Remisangebot des Gegners (der nach 10 Zügen schon mehr als 1 Stunde Bedenkzeit verbraucht hatte, lehnte ich an,weil m.M. nach wir als Team schlechter standen)

An Brett 6 hatte Nicolas vielleicht zu früh mit g5, Sh5 nebst f5 angegriffen. Ich fand, es wäre besser gewesen erst mit Sd7 die Entwicklung zu beenden.

Brett 7 hat Roman die Eröffnung (angenommenes Damengambit) suboptimal behandelt. Hier wäre wohl früh Se5 oder später nach Dc2 und b5, dann b3 mit Einschlag auf c6 angebracht gewesen.

An Brett 8 hatte Lukas einen Einschlag auf f7 mit falls nimmt anschließender Gabel übersehen. Trotzdem bekam Lukas für den Bauern doch Gegenspiel. Hier wäre wohl nachdem der Gegner Sh3 gespielt hat, g5 geboten gewesen. So einigter man sich dann doch auf Remis.

Nach etwas mehr als 3 Stunden gewann Lubomir, der seine Stellung immer weiter verbessern konnte, sehr souverän und auch Jürgen konnte mit etwas Mühe die Oberhand gewinnen und mit seiner Erfahrung den ganzen Punkt einstreichen. Roman, dessen Gegner im Zentrum durchbrechen konnte, musste dagegen die Segel streichen. 2,5:1,5 für uns. 

Bei Nicolas konnte der Gegner (der wesentlich stärker als seine Zahl ist und schon bei der SEM für Furore gesorgt hatte) den Turm auf e6 einpflanzen, der nicht mehr zu vertreiben war und so konnte Winthertur ausgleichen.

Nach 4,5 Stunden musste auch Kevin aufgeben. Ich habe von der Partie dann (weil mit meiner beschäftigt) nicht mehr viel mitbekommen. Ich fand seine Stellung eher schwierig, aber vielleicht kann er ja noch ein paar Worte dazu finden.

Und so stand es auf einmal 3,5 : 2,5 gegen uns und wir mit dem Rücken zur Wand. Mein Gegner hatte inzwischen in Zeitnot und schwieriger Stellung immer den richtigen Verteidigungszug gefunden und 2x habe ich auch eine lt. Maschine etwas bessere Fortsetzung ausgelassen und es stattdessen mit der Brechstange versucht. Besser wäre wohl gewesen, einfach versuchen, den Mehrbauern zu verwerten.

Davide konnte mit ein wenig Mühe dann doch in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Die alten Meister wie Kelecevic, die sind schon zäh.....

So stand es dann 3,5:3,5 und ich hatte den Bauern gegen Angriff zurückgegeben (was wohl objektiv falsch war), aber ich wollte einfach den Druck aufrecht erhalten. Beide Könige standen sehr offen und jede kleine Ungenauigkeitwar hier verderblich. Zum Glück für uns verlor hier mein Gegner, (wohl auch weil der jetzt schon lange immer den einzig richtigen Zug finden musste, um zu überleben)die Nerven und ich hatte ein dreizügiges Matt erspäht.

Ein wenig glücklicher Sieg. Jetzt haben wir mit Glarus als nächstes das erste von 2 Endspielen um den NLA Aufstieg. Wenn wir das wirklich packen wollen, dann müssen wir da in Bestbesetzung auftreten. Wir brauchen also ganz dringend Lukas S. und Daniel. Nur dann werden wir gegen Glarus eine Chance haben.

Auf gehts, nie war die Chance auf Aufstieg größer.

(Olaf Nazarenus)