30.08.2023 - Matchberichte SMM Teams 2 und 3 l 162

Gestern standen für beide Mannschaften zwei wichtige Wettkämpfe auf dem Programm. Die zweite Mannschaft hätte sich mit einem Remis oder einem Sieg definitiv bereits eine Runde vor Schluss aus dem Abstiegsrennen verabschieden können. Für die dritte Mannschaft wäre mit einem Sieg ein Aufstiegsspiel in greifbare Nähe gerückt. Würden unsere Spieler ihre Nerven unter Kontrolle bringen? Dass diese Ausgangslage für Anspannung sorgen würde, war wohl klar.

Unsere zweite Mannschaft war gegen Locarno krasser Aussenseiter, traten diese doch mit zwei Spieler über 2250 Elo an. An den Brettern 3 und 4 waren es immerhin noch um die 2100 Elo. Unsererseits konnten wir mit Albert Gabersek nur einen Spieler mit über 2000 Elo stellen. Also eine klare Angelegenheit könnte man meinen. Nachdem die Bretter 4 u. 6 relativ schnell hergeschenkt wurden, kamen die schlimmsten Befürchtungen auf. Neue Hoffnung kehrte zurück, als zuerst Christoph und auch noch Toni ihre Partien gewinnen konnten. Von Toni konnte man das erwarten, da er der Einzige mit einem (klaren) Elovorteil war. Christoph war dagegen der klare Underdog. Von der Partie hatte ich zwar nicht viel mitbekommen, aber die Musik spielte eigentlich nur bei den von Christoph geführten Figuren. So stand es nach vier Partien 2:2.

Was machten die beiden verbliebenen Spielern an den Brettern 1 und 2? Etwas ungewohnt spielte Mario mit den weissen Figuren am 1. Brett. Schon vor dem Wettkampf liess er aber durchblicken, dass er auch mit Weiss keine Geschenke verteilen würde. Dies musste sein Gegner, der immerhin 500(!) Elo mehr aufwies, sehr schnell am eigenen Leib spüren. Dieser konnte weder aus der Eröffnung noch im Mittelspiel etwas Zählbares herausholen. So ging es in ein ausgeglichenes Endspiel mit Springer und Läufer gegen Springer und Läufer und einigen Bauern. Mario stand zwar etwas passiv, gestand dem Gegner aber keine Möglichkeit zu, in das weisse Lager einzudringen. Im Gegenteil, Schwarz musste selber schauen, dass er am Königsflügel nicht den Einmarsch des weissen Königs gestattete. Weiter geduldig bleiben und gut verteidigen, hiess hier die Devise. Aber wenn man die Gelegenheit hat, nach einem zermürbenden Abwehrkampf einen aktivien Zug zu spielen, wer würde dann nicht Ja sagen. Dass dies die falsche Entscheidung war, musste Mario schmerzlich erfahren. Sein fast schon heroischer Kampf wurde nicht belohnt. So lag es nun an Albert, mit einem Sieg, das ersehnte Mannchaftsremis doch noch möglich zu machen. Mit Schwarz spielend, konnte er seinen Gegner in ein Endspiel Turm und Läufer gegen Turm zwingen. Aber würde das für einen Sieg reichen? Theoretisch ist dieses Endspiel nämlich bei perfektem Spiel des Gegners Remis. Allerdings werden solche Endspiele i.d.R. öfters gewonnen als Remis gehalten unter der Vorausssetzung, dass man dies innerhalb der 50-Züge-Regel schafft. Ich nehme es vorweg. Albert wurde gerade diese Regel ein paar Züge vor dem Matt oder Turmgewinn zum Verhängnis. Somit blieb die grosse Sensation aus. Ein Mannchaftremis wäre durchaus verdient bzw. erreichbar gewesen.

Dass es trotzdem zu einem Happy End kam, dafür sorgte die Meldung, dass Oftringen seinen Wettkampf verloren hat, unsere Mannschaft nicht mehr überholen kann und somit selber absteigt. Ende gut alles gut!

Hier noch die Einzelresultate:

Tribschen 2 - Locarno 1

   

Brett

Spieler

Spieler

Resultat  2.5 - 3.5

1

Mario Bobbià (1755)

Olaf Sperlich (2257)

0-1

2

Albert Gabersek (2142)

Luca Spinedi (2257)

½-½

3

Christoph Sterkman (1917)

Davide Massironi 2080)

1-0

4

Daniel Portmann (1939)

Patrick Karcher (2105)

0-1

5

Toni Riedener (1963)

Fernando Allidi (1727)

1-0

6

Claudio Caduff (1792)

Aldo Gilgen (1926)

0-1

Kommen wir nun zum Wettkampf unserer dritten Mannschaft gegen Illnau-Effretikon 2. Dass es nicht einfach würde, diesen mit sehr erfahren Spielern und einer Spielerin gespickten Gegner zu schlagen, war von Anfang klar. Spielentscheidend war, was die vorderen drei Bretter machen würden. An den hinteren drei Brettern würden wir ein Übergewicht haben und dort mit höchster Wahrscheinlichkeit resultatmässig einen Vorteil herausarbeiten können. Die drei hinteren Bretter erfüllten ihre Erwartungen zum grössten Teil dann auch. Kari spielte eine sehr souveräne Partie. Sein Sieg war eine logische Folge. Franz konnte die Bauernstruktur seinen Gegners etwas schwächen und hoffen, dies im Endspiel nutzen zu können. Leider gelang dies aber trotz zähem Ringen nicht und so resultierte ein Remis wie auch am 4. Brett, wo es Beni mit der solid spielende Ex-Schweistermeisterin Erika Reust zu tun hatte. Wie erwartet lautete das Score an den letzten drei Brettern 2:1 für uns. Leider lief es an den vorderen drei Brettern nicht so gut. Beat verrechnete sich bei einem Figurentausch in einer für ihn etwas bessern Stellung. Hätte er mit dem Turm geschlagen anstatt mit dem Läufer, wäre alles gut gewesen. Leider verlor er aber die Qualität, nachdem er mit dem Läufer schlug und einen Zwischenzug übersehen hatte. Nicht besser erging es Andy. Er stand zwar im Endspiel mit einem Bauer weniger klar schlechter als sein Gegner. Dieser stellte aber prompt einen Springer ein und hauchte Andy ein zweites Leben ein. Nachdem auch die Türme getauscht wurden, lautete das Endspiel Springer und zwei Bauern gegen vier Bauern. Da der mit Weiss spielende Gegner zwei verbundene Freibauern auf dem Damenflügel hatte und die anderen Bauern sich am Königsflügel gegenseitig neutralisierten, galt das erste Gebot für Schwarz, die beiden Bauern auf dem Damenflügle dingfest zu machen, wie Nimzowitsch das vermutlich so formuliert hätte. Andy hatte aber einen anderen Plan: mit dem Springer die Bauern am Königsflügel erobern und dann eine Dame machen. Nur hatte dieser Plan einen Haken. Weiss würde am Damenflügel schneller sein, was dann auch eintraf. Das Gesamtscore lautete nun 2:3. Es lag nun an Viktor, zumindest mit einem Sieg das Mannschaftsremis sichern zu können. Es sah lange Zeit sehr gut aus. Viktor hatte bis ins Endspiel die etwas aktivere Stellung. War es mangelnde Spielpraxis oder die grössere Erfahrung seines Gegners, dass die Partie dann noch umschlug und unser Schicksal besiegelte?

Hier noch die Einzelresultate:

Tribschen 3 – Illnau-Effretikon 1

Brett

Spieler

Spieler

Resultat  2 - 4

1

Viktor Steinhauser (1826)

Hans Frischknecht (2002)

0-1

2

Andy Matter (1788)

Christian Hofer (1878)

0-1

3

Beat Zimmermann (1778)

Alfred Lässer (1716)

0-1

4

Bernhard Bucher (1842)

Erika Reust (1692)

½-½

5

Karl Bärtsch (1757)

Reinhold Näpflin (1657)

1-0

6

Franz Reiser (1741)

Emil Eigenheer (1590)

½-½

Leider gab es für die dritte Mannschaft kein Happy End. Trotzdem dürfen wir mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. Das Saisonziel Nichtabstieg wurde schon früh erreicht und dass wir eine geraume Zeit um den Aufstieg mitspielen konnten, war ein angenehmer Bonus.

Dass die vierte Mannschaft ebenfalls verlor mit 1.5:4.5 gegen Bellinzona 1, passt irgendwie in den gestrigen verregneten Samstag. Trotzdem sollte sich auch die vierte Mannschaft in der 3. Liga halten können.

(Hugo Ensmenger)