18.09.2023 - Matchbericht SMM Runde 7: Tribschen 2 - Oftringen l 146

Endlich der erste Sieg! Zwar gegen ein sehr bescheiden und nur mit 5 Spielern antretendes Oftringen, aber Sieg ist Sieg.

Aber der Reihe nach. Wir konnten den Wettkampf bereits mit einer 1:0 Führung in Angriff, bevor er überhaupt gestartet war. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann wir einen Punkt geschenkt bekommen haben. Der Leidtragende war Claudio, der sich in der Folge als interessierter Beobachter im Spiellokal bewegen durfte. Was er zu sehen bekam, konnte ihn schon früh optimistisch stimmen. Am dritten Brett mit Weiss spielend konnte der Schreibende bereits im 6. Zug kompensationslos den a-Bauern auf seinem Ausgangsfeld schnappen. Die Strategie war für mich dann eigentlich relativ klar: möglichst schnell alles abtauschen und mit einem Mehrbauern ins Endspiel gelangen, damit der Mehrbauer verwertet werden kann. Diese Strategie wäre fast aufgegangen. Leider hatte ich aber bei einer vielsprechenden Abwicklung übersehen, dass sich Schwarz in eine Zugwiederholung retten würde. Ich konnte dies noch vermeiden, aber manövrierte mich selber in eine unangenehme Lage, wo ich nur noch auf ein Remis spielen konnte. Nachdem Toni bereits relativ früh gegen einen 300 Elo weniger aufweisenden Spieler gewonnen hatte, stand es nach ca. 3.5h bereits 2.5:0.5 für uns. Was konnte da noch schief gehen, da sich zu diesem Zeitpunkt zumindest zwei Partien relativ ausgeglichen präsentierten. Einzig Markus stand etwas kritisch, hatte er doch einen Bauern weniger auf dem Brett. Sein Gegner machte eigentlich alles richtig und erzwang ein Endspiel mit Läufer und 4 Bauern gegen gleichfarbigen Läufer mit 3 Bauern. Solche Endspiele haben allerdings ihre Tücken. Bei präzisem Spiel sollte dies eigentlich gewonnen sein. Markus konnte sich aber nach fast 5 stündigem Kampf in ein Remis retten. Somit war klar, dass wir den Wettkampf zumindest nicht mehr verlieren konnten.

Bei Frank hatte ich eigentich nie das Gefühl, dass er die Partie verlieren könnte. Er stand eigentlich immer etwas aktiver. Als es dann ins Endspiel kam mit Läufer gegen Springer und je sechs Bauern, stellte sich die Frage, ob nun der Läufer oder der Springer besser ist. Für mich sah es so aus, als wäre die Frage nicht zu beantworten und ein Remis die logsische Folge wäre. Frank schaffte es aber irgendwie (vielleicht unter Mithilfe seines Gegners) einen Freibauern am Königsflügel zu schaffen. Um diesen zu stoppen, musste Weiss einen Bauern opfern. Und da konnte dann der Läufer seine Stärken ausspielen. Nach fünfeinhalb Stunden war der zweite Sieg eingefahren. [Ergänzung von Frank: In der Tat hätte ich es schwer gehabt mit dem Gewinnen, wenn der Gegner passiv geblieben wäre. Ich hätte es wohl noch eine ganze Weile probiert. Aber er erlaubte mir einen Durchbruch am Königsflügel, der - gepaart mit zwei Bauernopfern - seine Figuren so zurückwarf, dass ich zum Schluss der Abwicklung einen ganzen Bauern mehr hatte...]

Nachdem Daniel bereits vorher eine (obligate) Niederlage einstecken musste, ging der Wettkampf mit 4:2 aus. Zur Verteidigung von Dani darf man nicht unerwähnt lassen, dass er meistens gegen Elo stärkere antreten musste. Früher hätte ihn das aber nicht unbedingt beeindruckt. Aber auch Dani wird nicht jünger.

Hier noch die Einzelresultate:

Brett

Spieler

Spieler

FF

Resultat  4 - 2

1

Toni Riedener (1968)

Roger Mayer (1650)

 

1-0

2

Daniel Portmann (1932)

Daniel Brandt (1958)

 

0-1

3

Hugo Ensmenger (1818)

Hanspeter Schürmann (1888)

 

½-½

4

Frank Neubert (1990)

Jean-Louis Mackels (1603)

 

1-0

5

Markus Eichenberger (1839)

Nicolas A. Georges (1800)

 

½-½

6

Claudio Caduff (1785)

 

FF

1-0

Somit ging die SMM 2023 für die 2. Mannschaft doch noch versöhnlich zu Ende.

Beim gemeinsamen Abendessen wurde dann noch eifrig analysiert, natürlich wie man sich es nicht anders denken kann, vor allem die Partie von Dani. Wie sich herausstellte stand er zwischenzeitlich mit einer Bewertung von 2.9 auf Gewinn. Das ist hart, wenn man dann noch verliert. 

[Hugo Ensmenger]