27.10.2021 - Matchberichte zur Doppelrunde Nationalliga B l 32

Samstags ging es nach Zürich gegen Gligoric. Die Ausgangslage war klar. Gewinnen wir, so ist der Klassenerhalt nahezu gesichert. Beide Mannschaften traten mit nahezu voller Kapelle an. Spannend war es allemal. Letztendlich gab die Überlegenheit an den hinteren Brettern den Ausschlag. Wir haben es uns auch ein Stück unnötig schwer gemacht. Das hätte so knapp agr nicht ausgehen müssen.

Brett 1: Kevin hatte es mit GM Pikula zu tun und hat ihn vollständig überspielt. Locker die Qualle gewonnen und Mehrbauer. Er konnte sich da gar nicht mehr rühren. Leider hat er dann in Zeitnot den Sack nicht zugemacht (Lxg2, nebst Damenopfer und der Bauer ist nicht mehr aufzuhalten). Einfach schade. Zum Glück stand es da schon 4,5 für uns.

Brett 2: Markus hat seinen Gegner so auseinandergenommen, da konnte man schon fast Mitleid haben. Schnelles 1:0 für uns.

Brett 3: Daniel lief hier in eine vorbereitete Variante im Skandinavier . Hier entschieden die besseren Theoriekenntnisse des Gligoric Spielers. Es kostete einfach eine Figur, da war nichts  mehr zu machen für Daniel, also Ausgleich für Gligoric.

Brett 4: Alle Bemühungen von Jürgen hier Vorteil zu erzielen waren fruchtlos. Aus meiner Sicht war die Stellung hier immer im Gleichgewicht. Also remis.

Brett 5: Mein Gegner verbrauchte viel Zeit und war schon früh in Zeitnot. Wohl deshalb ging er allen Verwicklungen aus dem Weg, tauschte alle Leichtfiguren und es blieb ein Endspiel jeweils 2 T + D + 6 Bauern. Gerade als ich in in vorteilhaftes Enspiel (TxTc4) hätte abwickeln können (Maschine gibt +2,4) sah ich Gespenster und eine Kombination mit Turmopfer. Leider hatte die Kombi (wie so oft bei sehr komplizierten Stellungen) ein Loch und statt einfach ruhig weiterzuspielen, kostete es die Partie. Sehr ärgerlich.

Brett 6: Lubomirs (wohl nur auf dem Papier) wesentlich schwächere Gegnerin wehrte sich mit aller Kraft und bis ich nur noch mit meiner Partie beschäftigt war, konnte ich keinen Vorteil für Lubomir erkennen. Irgendwann hat sich dann wohl seine größere Turniererfahrung durchgesetzt und er konnte den Elo-Vorteil in einen Sieg ummünzen.

Brett 7: Der Gegner von Martin wählte mit Weiß hier eine Variante im Sizilianischen Drachen, Jugoslawischer Angriff (was auch sonst, wenn man gegen Gligoric spielt), die Schwarz relativ leicht Ausgleich ermöglicht. Die Dame läßt man normalerweise nicht so einfach nach h5 (vorher Kb1 verhindert das). In dem Moment, in dem der f-Turm statt dem c-Turm nach f8 kommt, ist alles gut für Schwarz. Einmal im Flow hat Martin das dann souverän nach Hause gespielt und die nominelle Überlegenheit deutlich gemacht.  Sehr genau gespielt von Martin. hier hatte ich niemals Zweifel, daß wir das Brett nicht für uns entscheiden.

Brett 8: erster Sieg für Roman. Insgesamt war der Stellungstyp ähnlich dem gegen St. Gallen (nur dieses Mal nicht mit Minusbauer). Wie genau Roman das dann gewonnen hat, konnte ich nicht mehr verfolgen.

4,5 für uns, Klassenerhalt wohl gesichert, zumal mit Reti II und Wollishofen II noch die 2 nominell schwächsten Mannschaften auf dem Programm stehen. Prima, wenn einer von uns mal abloost (wie Kevin und ich dieses Mal) springen andere in die Bresche.

Am Sonntag dann zu Hause gegen den erklärten Titelfavoirten Mendrisio, die mit 7 (!!) Titelträgern angereist waren, während bei uns mit Jürgen und Kevin 2 entscheidende Stützpfeiler fehlten, um hier überhaupt etwas ausrichten zu können. Nach 3 Stunden sah das alles noch ganz gut aus für uns. Nur Brett 8 stand gleich aus der Eröffnung schlecht. Bei Albert war mit die Stellung lange Zeit total unklar. Sb6 kenne ich so gar nicht bzw. habe ich noch nie gesehen.  Alle anderen waren gut ins Mittelspiel gekommen. Daß wir am Schluß dann doch noch mit 2:6 ziemlich gebodigt wurden, hing daran, daß einige Partien einfach gekippt sind und wir in keiner Partie wirklich einen Vorteil erzielen konnten. Am ehesten sah ich bezüglich Vorteil noch bei Lubomir Möglichkeiten.

Brett 1: Gegen GM ELO 2528 war Markus letztendlich chancenlos. In der Eröffnung sah das noch halbwegs alles ausgeglichen aus. Als dann aber der Springer sich auf b4 einplfanzen konnte und von dort nicht mehr vertrieben werdne konnte und Schwarz ausserdem die lange Diagnonale für den schwarzfeldrigen Läufer hatte, fand ich Markus Stelung nicht mehr so prickelnd. Sieg hier für Mendrisio.

Brett 2: Lubomir mit Schwarz bot eine überzeugende Vorstellung und konnte seinem 150 Elo besseren Gegner absolut Paroli bieten. Ich fand die Stellung für uns besser, aber war wohl alles noch in der Remisbreite. Erster kleiner Teilerfolg für uns.

Brett 3: Auch hier hatte Daniel eigentlich immer alles im Griff und erlaubte dem Gegner keinen Vorteil. Logisches Ergebnis also remis.

Brett 4: Albert spielte hier im angenommenen Damengambit Sb6, um den Bauern auf c4 zu decken. Sah mir suspekt aus, wie gesagt, ich habe diese Variante noch nie so gesehen. Vielleicht ist es besser auf c3 zu nehmen. Langfristig war der Bauer auf c4 dann nicht zu decken und mit dem Mehrbauer im Rücken spielte der Gegner dann souverän das zu Ende. Hier war wohl nur noch schwer etwas zu machen. Auf diesem Niveau wird eben jede Kleinigkeit grausam bestraft.

Brett 5: Wie gewohnt, versuchte ich positionellem Geschiebe möglichst aus dem Weg zu gehen und auf Angriff zu spielen. Dafür war ich bereit, auch eine positionelle Schwäche mit dem Isolanski, auf a2 in Kauf zu nehmen. Yelena Sedina ließ aber absolut nichts zu und aus meinem Entwicklungsvorsprung konnte ich kein Kapital schlagen. Allerdings bis Schwarz voll seine Figuren in Stellung gebracht bzw. abgetauscht hatte, konnte ich die Schwäche auflösen und den schwachen Bauern tauschen. Im Endspiel war dann 0,4 der maximale Vorteil, den die Maschine in der Analyse bei bestem Spiel auswarf. Mit gleichfarbigen Läufern und jeweils f+g+h Bauern und dem jeweiligen König bei den einzelnen Bauern war es dann totremis. Ich war recht zufrieden mit meiner Leistung und dem Remis.

Brett 6: Wohl der Mannschaft, die hier noch einen IM aufbieten kann. Nein, damit meine ich nicht Lukas (der dafür schon noch etwas Zeit braucht...) , sondern Mendrisio. Lukas baute sich wie fast immer im Sizilianer mit d6 und e6 auf. Der IM machte auch keine großen Anstalten das agressiv aufzubrechen und so kam Lukas ohne Probleme zu d5. Wenn man d5 ohne Stellungsnachteile durchsetzen kann, steht man im Sizilianer meist ausgeglichen. Der IM bot dann auch remis, wohl auch wissend, daß dies für den Mannschaftserfolg reichen würde und Lukas nahm natürlich dankend an.

Brett 7: Die Eröffnung war soweit ok für Roman. Es fing an mit dem Damentausch, das spielte wohl mehr Schwarz in die Karten. Nachdem Schwarz dann auch noch axb5 durchsetzen konnte und die a Linie aufmachen konnte für seinen Turm war das nur noch Spiel auf ein Tor. Wenn man den g2-Läufer finachettiert und dann Lf1 spielen muss, um den c4 zu denken, ist das schon fischig. Dementsprechend brachte das der Gegner dann auch ohne größere Probleme nach Hause.

Brett 8: Das hat mir schon in der Eröffnung nicht sonderlich gefallen. Mit dem rückständigen Bauern auf d6 steht man da immer mit dem Rücken zur Wand, zumal nirgendwo Gegenspiel in Sicht war. Die Versuche, am Königsflügel aktiv zu werden, scheiterten am gegenerischen Läuferpaar und die strukturellen Schwächen in der Stellung von Toni blieben evident. Nachdem dann auch noch die Qualle eingestellt wurde, war klar: An diesem Brett gibt es nichts zu holen.

(Olaf Nazarenus)


25.10.2021 - Matchbericht Zug - Tribschen 3 l 32

Die 4. Runde der SMM, 3. Liga, Zentral 2, führte uns am letzten Samstag den 23. Oktober 2021, nach Zug. Dort wurde im Betagtenzentrum Neustadt eilends der Andachtsraum zum Spiellokal umfunktioniert, weil die anderen Säle anderweitig gebraucht wurden. 

Meine Mannschaft, die aus den ELO-stärksten, dem "Drei" zugeteilten Spielern bestand, nährte in mir die Hoffnung, dass es gegen Zug 2 nun doch mindestens zum ersten Mannschaftspunkt reichen könnte! An dieser Stelle danke ich Franz, Beat, Tobias und Karl nochmals herzlich für die Zusage und das Engagement für diesen Match! Es war zum ersten Mal in dieser Saison, dass wir in der stärksten Formation antreten konnten.

An Brett 1 spielte Franz Reiser (ELO 1735) gegen Osi Staub (ELO 1822) mit schwarz. Die Partie war lange ausgeglichen, im Endspiel vermochte sich dann aber Osi gekonnt durchzusetzen und sicherte so schlussendlich seiner Mannschaft den angestrebten Vollerfolg. 

Auch an Brett 2 stand Beat Zimmermann (ELO 1784) gegen Bruno Kälin (ELO 1821) lange sehr gut, man konnte sich gar leise Hoffnungen auf einen Sieg machen.  Mit den weissen Figuren konnte er sich lange den Eröffnungsvorsprung erhalten und er zwang Bruno immer wieder zu langen Denkphasen. Im Endspiel passierten dann aber doch kleinere Ungenauigkeiten, die Bruno einen Angriff am Königsflügel ermöglichten, welchen Beat dann nicht mehr abzuwehren vermochte. 

An Brett 3 traf Tobias Elbel (ELO 1794) auf Roman Tschäni (ELO 1703). 

Ich kannte Roman bisher nicht, sah ihn zum ersten Mal. Aufgrund des ELO-Unterschiedes von fast 100 Punkten z.G. von Tobias, rechnete ich an diesem Brett schon fast sicher mit einem positiven Resultat. Leider stellte Tobi bereits früh eine Figur ein, hielt die Partie aber erstaunlich noch längere Zeit offen, ehe sich dann Roman sicher durchzusetzen begann.

Ja, so war es an diesem Spieltag erneut unserem Karl Bärtsch (ELO 1762) überlassen, die Ehre für TRI 3 zu retten. Er war denn auch als erster derjenige, welcher die Partie beendete. Seine Gegnerin Carmen Britschgi (ELO 1672), hatte denn auch keine Chance, Karl spielte zu gut und konzentriert an diesem Samstag. Ein gekonnter Dame/Springer-Angriff auf den gegnerischen König, konnte die ehemalige "Tribschlerin" Carmen Britschgi (Bieri) nicht mehr abwehren und reichte Karl die Hand zur Gratulation. Auch ich schliesse mich dieser Gratulation nochmals an, Karl ist somit nach vier Runden unser erfolgreichster Spieler! 

Ja, es hat wieder "nicht müssen sein", ich war wirklich voller Hoffnung, ein positives Mannschaftsresultat zu erreichen und die ungemütliche Null vergessen zu machen! Mit Freude hätte ich heute einen "Sieger-Spielbericht" geschrieben, wie schon gesagt "es hat wieder nicht müssen sein" und so hoffen wir halt auf die 5. Runde, obwohl da mit Cham 1 der Gruppenleader "Gewehr bei Fuss" steht! Ohne Furcht und voll motiviert werden wir aber in Cham antreten, vielleicht reicht es ja dieses Mal zu mindestens einem Teilerfolg! 

Bruno Weber,  ML TRI 3


25.10.2021 - Matchbericht Gligoric 2 - Tribschen 2 1:3 l 31

Das war ein wichtiger Sieg, wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft:

  1. Tre Valli 3/4 (9), 2. Tribschen 4/4 (8), 3. Höngg 4/4 (7), 4. Gligoric 3/4 (6), 5. Oftringen 3/4 (5,5), 6. Letzi 4/2 (7,5), 7. SGZ 3/2 (5)  (Danke an Mario für das Auswerten der 4. Runde.)

Die Tabelle ist nach wie vor unübersichtlich, aber im Prinzip kann noch jede Mannschaft auf- oder absteigen. Aber schön der Reihe nach.

Gerade bevor ich mich am letzten Samstag auf den Weg Richtung Bahnhof machen wollte, bekam ich ein Telefon vom ML von Gligoric 2 mit der Nachricht, dass wir doch am alten Spielort spielen würden, nachdem er am Dienstag vorher den Spielort bereits das erste Mal gewechselt hatte. Glücklicherweise konnte ich Christoph telephonisch erreichen und Claudio antwortete auf mein Mail schon nach wenigen Minuten. Toni u. Markus konnte ich persönlich informieren, da wir im gleichen Zug nach Zürich fuhren. Christoph gesellte sich unerwarteterweise dann auch dazu.

Pünktlich um 14 Uhr wurden dann die Uhren im Spiellokal von Gligoric gestartet. Im Lokal spielten auch noch zwei Schülermannschaften gegeneinander. Ich konnte es mir nicht verkneifen, auch dort etwas zu kibitzen und mich von dem Phantasieschach, das auf das eine oder andere Brett geblitzt wurde, verzaubern zu lassen.

Nachdem ich Aufstellung unseres Gegners studiert hatte, war mir klar, dass wir es mit einem durchaus schlagbaren Gegner zu tun hatten. Wir waren eigentlich an allen Brettern elomässig klar im Vorteil, ausser am dritten Brett, wo es Claudio mit Urs Binzegger zu tun hatte, der immerhin 1925 Elo auf die Waage brachte. Auch hier wurde geblitzt zumindest von Claudios Seite. Offenbar fühlte er sich bei seinem Sizilianer sehr wohl. Und ich sah eigentlich auch keine grösseren Probleme auf dem sich von Figuren schnell lichtenden Brett. Nach vielleicht einer Stunde stand das Remis schon fest. Claudio hatte seine Mission mit Bravour erfüllt und den ersten halben Punkt ins Trockene gebracht. Er hatte für die ca. 30 Züge lediglich 10 min plus das Inkrement gebraucht. Dieser Start liess sich sehen.

An den beiden Weissbrettern sassen mit Markus und Toni zwei alte Hasen, die wussten, auf was es in der Eröffnung ankommt. Markus Gegner eröffnete auf d4 mit c6 und dann auf e4 mit d6. Da kamen bei mir schon positive Gefühle auf. Markus konnte sofort das Zentrum besetzen und seinen Raumvorteil geschickt nutzen. Auch Toni stand schon nach wenigen Zügen mit einem starken Zentrum klar besser. Das Spiel entwickelte sich auch hier in die richtige Richtung.

Am 1. Brett sah sich Christoph dem sehr erfahrenen Vili Saric gegenüber. Dieser zerzauste nicht gerade Chrioph’s Holländer. Aber Christoph wurde am Königsflügel so eingeschnürt, dass ich fürchtete, ich müsste für ihn ein Sauerstoffzelt aufstellen. Glücklicherweise konnte er sich aber dann doch einigermassen aus der Umklammerung befreien. Mit einem vielleicht nicht ganz dichten Läuferopfer gegen zwei Bauern, schaffte er es dann in eine nicht abzulehnende Zugwiederholung abzuwickeln. Der unrochierte weisse König zahlte für den Bauernsturm am Königsflügel mit seiner Hilflosigkeit, sichere Gefilde aufzusuchen. Nach etwas mehr als 2h standen die erhofften Remis an den Schwarzbrettern schon fest. Mittlerweile konnte sich Markus zwei Mehrbauern sichern und Toni hatte seinen Gegner zu einem Befreieungsopfer provoziert, das aber keine Früchte trug, zumal Toni die Dame und die meisten anderen Schwer- u. Leichtfiguren tauschen konnte. Mit Turm u. Springer gegen Turm und Mehrbauern war jede Gegenwehr zwecklos, was sein Gegner nach einigen nutzlosen Zügen ebenfalls einsehen musste. Da Markus seine Partie in einem Endspiel mit Springer u. Turm gegen Springer u. Turm bei einem Mehrbauern ebenfalls souverän in einen Sieg konvertierte, stand das Resultat von 3:1 zu unseren Gunsten fest.

Hier die Einzelresultate:

Vili Saric (1876) - Christoph Sterkman (1983)      0.5 : 0.5

Abbas Khalil (1867) - Toni Riedener (2052)          0 : 1

Urs Binzegger (1925) - Claudio Caduff (1864)      0.5 : 0.5

Kalsang Lama (1763) - Markus Eichenberger       0 : 1

Ich danke allen eingesetzten Spielern für ihren famosen Einsatz und hoffe, dass wir den Schwung in die nächste Runde gegen Zürich 4 mitnehmen können. Wenn wir da punkten, sollten wir eigentlich bereits gerettet sein.

(Hugo Ensmenger)


18.10.2021 - Matchbericht Tribschen 1 - Winterthur l 37

Leider konnte ich nicht soviel sehen wie letztes Mal, weil mein Gegner mit Minusfigur noch 1,5 Stunden weitergespielt hat, bis seine Zeit fast ganz abgelaufen war.

Winterthur hatte wohl ziemliche Personalprobleme. Sie gaben das letzte Brett forfait, und gegen mich mussten sie den MF aufstellen. Aber auch solche "Pflichtsiege" müssen immer erst errungen werden, zumal es mir an diesem Tag gesundheitlich nicht so perfekt ging. Ich gewann recht schnell einen Bauern und konnte vieles tauschen, so daß das Endspiel mit Läuferpaar und Bauer mehr gewonnen schien. Ich konnte dann noch eine Figur gewinnen und so das 2:0 erzielen. Aber ansonsten schaute es gar nicht gut aus für uns. Roman, Lubomir und Albert waren nicht gut aus der Eröffnung gekommen. Bei Roman zeichnete sich schon der Freibauer am Damenflügel ab (Sc5 gefiel mir nicht, da er nach b4 sofort wieder zurück musste nach d7. Aus meiner Sicht ein unnötiger Tempoverlust. Er griff richtigerweise dann aktiv am Königsflügel die Inititaite. Leider stellte er dann in Zeitnot einen wichtigen Bauern ein (h6??, gerade als nach Sf4 die Stellung doch eigentlich wieder ok war) und das Endspiel war wohl objektiv verloren, weil der Gegner auch noch das Läuferpaar hatte. Bei Lubomir stand schon früh ein gegnerischer Bauer auf h6 wie ein Pfahl im Fleische und bei Albert gefiel mit die Überführung des Damenspringers nach g3 gar nicht. Ich hätte hier die Dame zum Angriff über a4 an den Königsflügel manövriert, aber das wäre dann eine andere Partie geworden. Auch hier ging dann der wichtige e5 Bauer verloren und der Verlust zeichnete sich schon ab. Kevin stand gleich, Lobomir eher schlecht und bei Jürgen war das total unklar. Daniel an Brett 3 stand als Weißer knapp behauptet aber sicher nicht besser. 

Zu diesem Zeitpunkt sah es eher nach 4,5 für den Gegner aus und gar nicht gut für uns. Zuerst dann der Verlust von Albert. Der Gegner konnte seinen eingesperrten Läufer leicht aktivieren und hat dann einfach das Endspiel gut gespielt und relativ leicht gewonnen. Da war nichts zu machen mehr für Albert. Daniel schaukelte gekonnt die leicht schlechtere Stellung zum remis und auch Lubomir musste sich geschlagen geben. So stand es auf einmal 2,5 unentschieden und ich grübelte, wo denn die 2 Punkte zum Sieg herkommen sollten. Aber dann der Lichtblick an Brett 1. Jürgen überspielte den nominell stärksten Spieler dieses Kampfes in einer begeisternden Partie und konnte auf 3,5 für uns stellen. Und auch Kevin konnte seine Stellung verbessern und einen Bauern gewinnen. Das Endspiel hat Kevin dann meisterhaft zelebriert. Schönes Figurenopfer noch auf b2. Danach war es einfach verloren. Roman kämpfte dann noch bis zum Schluß leider vergebens. 

Ein verdienter, aber doch auch etwas glücklicher Sieg, der vor allem der überragenden Leistung der beiden Spitzenbrettern zu verdanken sind, die gegen 2300 aufwärts überzeugende Siege feiern konnten. Insgesamt können wir wohl aber nicht ganz zufrieden sein mit der Gesamtleistung. Der Abstieg sollte jetzt aber kein Thema mehr sein. Jetzt noch im nächsten Kampf gegen Gligoric gewinnen und wir haben des Klassenerhalt wohl ziemlich sicher. Wichtiger Sieg daher.

Noch eine kleine Anektode zu meinem Gegner. Er vergaß einmal die Uhr zu drücken. ich machte ihn einmal darauf aufmerksam. Das 2. Mal merkte ich es erst gar nicht und vertiefte mich in die Stellung. Er kam dann nach 20 Minuten wieder ans Brett und führte einen Zug aus (da er ja die Uhr nicht drückte und dachte, er wäre am Zug). Ich habe ihn dann auf die Regel aufmerksam gemacht, daß beim Schach abwechselnd gezogen wird. Notiz am Rande, auch wenn er am Zug gewesen wäre, war die Stellung doch verloren, also auch 2 Züge hintereinander hätten nicht geholfen.

(Olaf Nazarenus)


11.10.2021 - Spielbericht Letzi - Tribschen 2 l 41

Beim Austauschen der Mannschaftsaufstellung war mir klar, dass es ein diffiziler Wettkampf werden könnte.Das punktelose  Letzi trat nicht unerwartet mit einer klar stärkeren Equipe als in den beiden Startrunden an. Was dann allerdings passierte, gehört in die Waterloo-Kategorie. Was in den einzelnen Partien vor sich ging, ist mir schleierhaft, denn ich musste mich ja auch auf meine eigene konzentrieren.

Bei einem weiteren Rundgang stand Toni nach rund zwei Stunden klar auf Verlust. Aua! Bei mir, Christoph und Markus sah ich wenigstens noch ausgeglichene, sprich «remisverdächtige» Stellungen. Eine gefühlte Stunde später sah ich am Brett 2 die beiden Kontrahenten bereits beim analysieren. Also remis? Nein, Christoph verlor auch noch!! Markus seinerseits sah sich genötigt, den gegnerischen Remisvorschlag abzulehnen. Bemerkte dabei nicht, dass auf meinem Brett auch noch ein Malheur passierte. Im Schrecken des 0:2-Rückstandes zog ich in der Folge bereits den übernächsten Zug und stellte damit meine Remisstellung einzügig ein.

Es war ein Samstag-Nachmittag zum vergessen….

Letzi 1 (1910 ELO) – Tribschen 2 (1946) 4:0

Glatzfelder Kurt (1924) – Bobbià Mario (1813), Paricharak Shardul (1962) – Sterkman Christoph (1983), Richet Clément (1893) – Toni Riedener (2062) 1:0, Lutz Thomas (1860) – Eichenberger Markus (1927) alle 1:0

(Mario Bobbià)