29.11.2023 - Matchbericht Nimzowitsch - SKT 2, SGM Runde 2 l 72

Die dabei waren wissen das Resultat schon und die, die in Freiburg gespielt haben, vermutlich auch. Die andern spanne ich gerne noch ein bisschen auf die Folter. Man ahnt es aber schon. Der Wettkampf hat sicher nicht mit einer Niederlage unsererseits geendet – auch nicht mit einem Unentschieden. Nein tatsächlich auch in der zweiten Runde resultierte ein Sieg, diesmal mit 4:2. War das sackstark, was die Mannschaft geleistet hat. Hier die Einzelresultate:

Brett

Spieler

Elo

Spieler

Elo

Resultat  2 - 4

1

Markus Germann

1988

Christoph Sterkman

1950

1-0

2

Urs Martin Egli

1967

Toni Riedener

1978

½-½

3

Max Schultheiss

1980

Thomas Bachmann

1919

0-1

4

Heinz Vifian

1896

Erwin Schilliger

1809

0-1

5

Tomasz Hajduk

1692

Mehmet Haxhosaj

1728

0-1

6

Jean-Marc Bosch

1855

Hugo Ensmenger

1835

½-½

Die hinteren Bretter haben es wieder einmal gerichtet. Obwohl wir mit Ausnahme vom 2. Brett leichte Elo-Nachteile hatten, konnten wir fast an jedem Brett punkten. Einzig Christoph musste sich nach einem Fehler in der Eröffnung den ganzen Punkt abzwacken lassen. Er war wahrscheinlich am meisten geschockt, als er zusehen musste, wie der gegnerische Springer bereits nach wenigen Zügen auf e6 einschlagen konnte, ohne dass er etwas hätte dagegen tun können. Diese Partie war schnell vorbei und so war unser Gegner resultatmässig vorne.

Was war aber auf den anderen Brettern los? Am fünften Brett gefiel mir die Stellung von Meti nach der Eröffnung nicht wirklich. Es lag wohl daran, dass Meti durch seine gut 20-minütige Verspätung etwas schneller durch die Eröffnung marschieren musste als geplant. Am zweiten Brett war die Stellung eher ausgeglichen. Dies änderte sich auch nicht je länger die Partie ging. Ein Remis war die logische Folge. Bei Thomas sah das Ganze schon etwas besser aus, als ich mich zu Beginn des Endspiels mit seiner Partie befasste. Weiss hatte einen Freibauern auf e5 platziert, unterstützt von seinen 2 Türmen. Nur hatte Thomas dafür gesorgt, dass kein Deckungsnachschub folgen konnte. Thomas‘ zwei Türme, die den Freibauern belagerten, konnten noch den schwarzen Köing zu Hilfe holen. Das Schicksal des weissen Bauern war damit besiegelt.

Am vierten Brett lief Erwin zu alter Form auf und liess seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Er beendete die Partie als Dritter und führte den Ausgleich zum 1.5:1.5 herbei. Alles war immer noch möglich. Ich selber hatte mir in der Eröffnung eine aktive Stellung mit weissem Königsangriff herausgespielt, wofür ich einen Bauern opferte. Mit Fortdauer der Partie konnte sich Schwarz aber aus der Umklammerung lösen. Und so machte ich mir ernsthafte Sorgen, ob ich die Partie halten konnte. Schwarz wurde immer aktiver und so hielt ich nach taktischen Schlägen aussah. Und siehe da, als ich mich bereits auf einen zermürbenden Abwehrkampf eingestellt hatte, übersah Schwarz eine taktische Möglichkeit meinerseits, was mir den geopferten Bauern zurückbrachte mit einer ausgeglichenen Stellung. Es ging dann auch nicht lange und wir einigten uns auf Remis.

Der Rest ist schnell erzählt. Meti wunderte sich am fünften Brett über die passive Spielweise seines Gegners, obwohl dieser über eine gute Stellung verfügte. Als ich das nächste Mal auf sein Brett blickte, waren sie bereits tief im Enspiel Turm gegen Turm mit einigen Bauern auf beiden Flügeln, wobei Meti über einen Bauern mehr verfügte. Er konnte gekonnt das weisse Gegenspiel am Köingisflügel neutralisieren und seinerseits einen entscheidenden Freibauern am Damenflügel schaffen, der nicht zu stoppen war. Mit diesem Sieg lagen wir nach fünf gespielten Partien erstmals in Führung. Und da war ja noch Thomas mit seinem Mehrbauern. Das war schon Klasse, wie Thomas es schaffte, diesen immer weiter zum Umwandlungsfeld zu bringen, ohne dass die zwei gegenerischen Türme und der Läufer dies verhindern konnten. Ich war jedenfalls begeistert und natürlich auch begeistert vom Schlussresultat 4:2.

Toni hatte vor dem Match noch gesagt: „Diä Gielä sind z’packe“. Dem ist nichts anzufügen. So hat sich auch der zweite Ausflug in die Zwinglistadt mehr als gelohnt.

Nebenbei bemerkt: Alle Tribschen haben in dieser Runde geliefert: Tribschen 1 gewann in Fribourg mit 6:2, und auch die Junioren mit Captain Silvio Corsi konnten gegen Cham 3:1 gewinnen.

Hugo Ensmenger (ML Tribschen 2)


05.11.2023 - Start zur SGM: Matchbericht Letzi - SKT 2 l 101

Ja, es stimmt. Wir konnten unseren Wettkampf gegen Letzi 1 trotz der vielen Abwesenheiten von Schlüsselspielern erfolgreich gestalten. Ihr könnt euch vielleicht mein breites Grinsen nach dem Wettkampf vorstellen, als der Sieg feststand. Was für eine Erleichterung nach all den Sorgen im Vorfeld! Aber nun der Reihe nach. Hier die Einzelresultate im Überblick:

Brett

Spieler

 

Spieler

Resultat

1

Shardul Paricharak (1951)

 

Claudio Caduff (1785)

½-½

2

Kurt Glatzfelder (1879)

 

Markus Eichenberger (1839)

½-½

3

Nakul Paricharak (1801)

 

Mario Bobbià (1754)

½-½

4

Ruslan Shumilov (0)

 

Hugo Ensmenger (1818)

0-1

5

Daniel Muster (1912)

 

Adam Horwich (1740)

1-0

6

Roger Loup (1551)

 

Mehmet Haxhosaj (1721)

0-1

An den ersten drei Brettern hatten es unsere Spieler durchwegs mit höher klassierten Spielern zu tun und konnten alle ein Remis halten, wobei Mario zum eigentlichen Matchwinner avancierte. Aber davon später.

Am ersten Brett durfte diesmal Claudio Platz nehmen. Er hatte mit dem Elo stärksten Spieler von Letzi zu tun. Er liess sich davon aber nicht beeindrucken. Leider habe ich von seiner Partie praktisch nichts mitbekommen, da ich zu sehr mit meiner Partie beschäftigt war. Er war der erste, der seine Partie beendete und sorgte dadurch schon einmal für einen guten Start.

Als nächster folgte Meti, der es mit dem Elo schwächsten Spieler von Reti zu tun hatte. Er wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und erarbeitete sich bereits in der Eröffnung klare Vorteile. Der Sieg war eine logische Folge. Und nachdem Markus wie immer mit seinem soliden Spiel ein Remis erreichte, stand es zur Mitte des Wettkampfs 2:1.

Am vierten Brett hatte ich es mit einem Elo losen Spieler zu tun, was nichts heissen muss. Es kam in der Partie schon früh zu starken Vereinfachungen indem bis zum 13. Zug bereits je drei Leichtfiguren getauscht wurden. Es waren aber noch alle Bauern auf dem Brett und nachdem ich lang rochierte und mein Gegner kurz, stellte sich die uralte Frage, wer kommt zuerst zu einem Königsangriff. Wie ihr mich kennt, liess ich mich nicht lange bitten und setzte meine Bauern am Königsflügel in Bewegung. Dabei vertraute ich darauf, dass ich einen Hebel auf f5 ansetzen kann, was ich zwar realisieren konnte, aber nicht mit dem gewünschten Effekt. Das Manöver war mit viel Risiko verbunden, bescherte mir zwar einen Mehr- u. Freibauern auf der d-Linie, aber zum Preis eines starken Angriffs des Gegners. Und hätte Schwarz nicht im 32. Zug ein thematisches Damenopfer übersehen (ich selber hatte das während der Partie auch nicht, sonst hätte ich den König nicht ins Mattnetz gestellt), das die geschwächte weisse Grundlinie ausnutzt, wäre der Wettkampf in eine andere Richtung gegangen. So konnte ich am Schluss ein witziges Bauernumwandlungsrennen gewinnen und einen glücklichen aber wichtigen Sieg zur 3:1 Führung beisteuern. Somit war ein Mannschaftspunkt bereits im Trockenen.  

Am fünften Brett hatte es Adam, mit Schwarz spielend, mit dem sehr starken Daniel Muster zu tun. Die Stellung, die sich im Endspiel bot, als beide über Turm, Läufer, Springer und ein sechs Bauern verfügten, war hoch interessant, weil jeder den anderen unter Druck setzte und deshalb beide schauen mussten, dass sie ihren Laden zusammenhalten konnten. Weiss hatte dabei die etwas zahlreichereren Drohungen. Jedenfalls hatte dieser einen gefährlichen Mehrbauern, als ich das nächte Mal auf ihr Brett schaute. Zudem erwies sich der Springer in dem entstandenen Endspiel Springer gegen Läufer als klar besser. So musste Adam nach über vier stündigem Kampf die Segel streichen.

Damit lag es an unserem Teamsenior Mario, mit einem Sieg oder Remis für die Überraschung zu sorgen. Als ich mich so richtig mit der Stellung beschäftigen konnte, waren die Partie schon im Übergang zum Endspiel. Beide hatten noch Dame, Turm, Läufer und einige Bauern an Material. Es war aber Mario, der eher am Drücker war, weil die Königsstellung von Weiss doch sehr luftig war und Mario mit dem Turm auf die 1. Reihe  eindringen konnte. Trotdem durfte das weisse Gegenspiel nicht unterschätzt werden, da dieser einen Freibauern auf der e-Linie hatte. Umsichtigtes Spiel war gefragt. Mario’s Gegner verbrauchte viel Zeit, um das Gleichgewicht halten zu können, lag doch immer eine Fesselung der Dame mit deren Verlust in der Luft. Das wirkte anscheinend so zermürbend, dass er sich schlussendlich in eine dreifache Zugwiederholung  schickte.

Ende alles gut? Zumindest was diesen Wettkampf betrifft. Die dritte Mannschaft konnte auswärts ein 2:2 erreichen, wobei Marida mit einem Sieg nahtlos an ihre Topleistungen aus der SMM anknüpfen konnte. Leider verlor die 1. Mannschaft mit 5.5:2.5 gegen Nyon 2. Immerhin konnten Roman u. Christoph gegen starke Gegner einen Sieg erzielen. Erwähnenswert ist auch das Remis vom Flurin gegen einen 2000er, wobei er zwischendurch sogar besser gestanden hatte. Ein toller Einstand für ihn!


18.09.2023 - Matchbericht SMM Runde 7: Tribschen 2 - Oftringen l 146

Endlich der erste Sieg! Zwar gegen ein sehr bescheiden und nur mit 5 Spielern antretendes Oftringen, aber Sieg ist Sieg.

Aber der Reihe nach. Wir konnten den Wettkampf bereits mit einer 1:0 Führung in Angriff, bevor er überhaupt gestartet war. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann wir einen Punkt geschenkt bekommen haben. Der Leidtragende war Claudio, der sich in der Folge als interessierter Beobachter im Spiellokal bewegen durfte. Was er zu sehen bekam, konnte ihn schon früh optimistisch stimmen. Am dritten Brett mit Weiss spielend konnte der Schreibende bereits im 6. Zug kompensationslos den a-Bauern auf seinem Ausgangsfeld schnappen. Die Strategie war für mich dann eigentlich relativ klar: möglichst schnell alles abtauschen und mit einem Mehrbauern ins Endspiel gelangen, damit der Mehrbauer verwertet werden kann. Diese Strategie wäre fast aufgegangen. Leider hatte ich aber bei einer vielsprechenden Abwicklung übersehen, dass sich Schwarz in eine Zugwiederholung retten würde. Ich konnte dies noch vermeiden, aber manövrierte mich selber in eine unangenehme Lage, wo ich nur noch auf ein Remis spielen konnte. Nachdem Toni bereits relativ früh gegen einen 300 Elo weniger aufweisenden Spieler gewonnen hatte, stand es nach ca. 3.5h bereits 2.5:0.5 für uns. Was konnte da noch schief gehen, da sich zu diesem Zeitpunkt zumindest zwei Partien relativ ausgeglichen präsentierten. Einzig Markus stand etwas kritisch, hatte er doch einen Bauern weniger auf dem Brett. Sein Gegner machte eigentlich alles richtig und erzwang ein Endspiel mit Läufer und 4 Bauern gegen gleichfarbigen Läufer mit 3 Bauern. Solche Endspiele haben allerdings ihre Tücken. Bei präzisem Spiel sollte dies eigentlich gewonnen sein. Markus konnte sich aber nach fast 5 stündigem Kampf in ein Remis retten. Somit war klar, dass wir den Wettkampf zumindest nicht mehr verlieren konnten.

Bei Frank hatte ich eigentich nie das Gefühl, dass er die Partie verlieren könnte. Er stand eigentlich immer etwas aktiver. Als es dann ins Endspiel kam mit Läufer gegen Springer und je sechs Bauern, stellte sich die Frage, ob nun der Läufer oder der Springer besser ist. Für mich sah es so aus, als wäre die Frage nicht zu beantworten und ein Remis die logsische Folge wäre. Frank schaffte es aber irgendwie (vielleicht unter Mithilfe seines Gegners) einen Freibauern am Königsflügel zu schaffen. Um diesen zu stoppen, musste Weiss einen Bauern opfern. Und da konnte dann der Läufer seine Stärken ausspielen. Nach fünfeinhalb Stunden war der zweite Sieg eingefahren. [Ergänzung von Frank: In der Tat hätte ich es schwer gehabt mit dem Gewinnen, wenn der Gegner passiv geblieben wäre. Ich hätte es wohl noch eine ganze Weile probiert. Aber er erlaubte mir einen Durchbruch am Königsflügel, der - gepaart mit zwei Bauernopfern - seine Figuren so zurückwarf, dass ich zum Schluss der Abwicklung einen ganzen Bauern mehr hatte...]

Nachdem Daniel bereits vorher eine (obligate) Niederlage einstecken musste, ging der Wettkampf mit 4:2 aus. Zur Verteidigung von Dani darf man nicht unerwähnt lassen, dass er meistens gegen Elo stärkere antreten musste. Früher hätte ihn das aber nicht unbedingt beeindruckt. Aber auch Dani wird nicht jünger.

Hier noch die Einzelresultate:

Brett

Spieler

Spieler

FF

Resultat  4 - 2

1

Toni Riedener (1968)

Roger Mayer (1650)

 

1-0

2

Daniel Portmann (1932)

Daniel Brandt (1958)

 

0-1

3

Hugo Ensmenger (1818)

Hanspeter Schürmann (1888)

 

½-½

4

Frank Neubert (1990)

Jean-Louis Mackels (1603)

 

1-0

5

Markus Eichenberger (1839)

Nicolas A. Georges (1800)

 

½-½

6

Claudio Caduff (1785)

 

FF

1-0

Somit ging die SMM 2023 für die 2. Mannschaft doch noch versöhnlich zu Ende.

Beim gemeinsamen Abendessen wurde dann noch eifrig analysiert, natürlich wie man sich es nicht anders denken kann, vor allem die Partie von Dani. Wie sich herausstellte stand er zwischenzeitlich mit einer Bewertung von 2.9 auf Gewinn. Das ist hart, wenn man dann noch verliert. 

[Hugo Ensmenger]


30.08.2023 - Matchberichte SMM Teams 2 und 3 l 162

Gestern standen für beide Mannschaften zwei wichtige Wettkämpfe auf dem Programm. Die zweite Mannschaft hätte sich mit einem Remis oder einem Sieg definitiv bereits eine Runde vor Schluss aus dem Abstiegsrennen verabschieden können. Für die dritte Mannschaft wäre mit einem Sieg ein Aufstiegsspiel in greifbare Nähe gerückt. Würden unsere Spieler ihre Nerven unter Kontrolle bringen? Dass diese Ausgangslage für Anspannung sorgen würde, war wohl klar.

Unsere zweite Mannschaft war gegen Locarno krasser Aussenseiter, traten diese doch mit zwei Spieler über 2250 Elo an. An den Brettern 3 und 4 waren es immerhin noch um die 2100 Elo. Unsererseits konnten wir mit Albert Gabersek nur einen Spieler mit über 2000 Elo stellen. Also eine klare Angelegenheit könnte man meinen. Nachdem die Bretter 4 u. 6 relativ schnell hergeschenkt wurden, kamen die schlimmsten Befürchtungen auf. Neue Hoffnung kehrte zurück, als zuerst Christoph und auch noch Toni ihre Partien gewinnen konnten. Von Toni konnte man das erwarten, da er der Einzige mit einem (klaren) Elovorteil war. Christoph war dagegen der klare Underdog. Von der Partie hatte ich zwar nicht viel mitbekommen, aber die Musik spielte eigentlich nur bei den von Christoph geführten Figuren. So stand es nach vier Partien 2:2.

Was machten die beiden verbliebenen Spielern an den Brettern 1 und 2? Etwas ungewohnt spielte Mario mit den weissen Figuren am 1. Brett. Schon vor dem Wettkampf liess er aber durchblicken, dass er auch mit Weiss keine Geschenke verteilen würde. Dies musste sein Gegner, der immerhin 500(!) Elo mehr aufwies, sehr schnell am eigenen Leib spüren. Dieser konnte weder aus der Eröffnung noch im Mittelspiel etwas Zählbares herausholen. So ging es in ein ausgeglichenes Endspiel mit Springer und Läufer gegen Springer und Läufer und einigen Bauern. Mario stand zwar etwas passiv, gestand dem Gegner aber keine Möglichkeit zu, in das weisse Lager einzudringen. Im Gegenteil, Schwarz musste selber schauen, dass er am Königsflügel nicht den Einmarsch des weissen Königs gestattete. Weiter geduldig bleiben und gut verteidigen, hiess hier die Devise. Aber wenn man die Gelegenheit hat, nach einem zermürbenden Abwehrkampf einen aktivien Zug zu spielen, wer würde dann nicht Ja sagen. Dass dies die falsche Entscheidung war, musste Mario schmerzlich erfahren. Sein fast schon heroischer Kampf wurde nicht belohnt. So lag es nun an Albert, mit einem Sieg, das ersehnte Mannchaftsremis doch noch möglich zu machen. Mit Schwarz spielend, konnte er seinen Gegner in ein Endspiel Turm und Läufer gegen Turm zwingen. Aber würde das für einen Sieg reichen? Theoretisch ist dieses Endspiel nämlich bei perfektem Spiel des Gegners Remis. Allerdings werden solche Endspiele i.d.R. öfters gewonnen als Remis gehalten unter der Vorausssetzung, dass man dies innerhalb der 50-Züge-Regel schafft. Ich nehme es vorweg. Albert wurde gerade diese Regel ein paar Züge vor dem Matt oder Turmgewinn zum Verhängnis. Somit blieb die grosse Sensation aus. Ein Mannchaftremis wäre durchaus verdient bzw. erreichbar gewesen.

Dass es trotzdem zu einem Happy End kam, dafür sorgte die Meldung, dass Oftringen seinen Wettkampf verloren hat, unsere Mannschaft nicht mehr überholen kann und somit selber absteigt. Ende gut alles gut!

Hier noch die Einzelresultate:

Tribschen 2 - Locarno 1

   

Brett

Spieler

Spieler

Resultat  2.5 - 3.5

1

Mario Bobbià (1755)

Olaf Sperlich (2257)

0-1

2

Albert Gabersek (2142)

Luca Spinedi (2257)

½-½

3

Christoph Sterkman (1917)

Davide Massironi 2080)

1-0

4

Daniel Portmann (1939)

Patrick Karcher (2105)

0-1

5

Toni Riedener (1963)

Fernando Allidi (1727)

1-0

6

Claudio Caduff (1792)

Aldo Gilgen (1926)

0-1

Kommen wir nun zum Wettkampf unserer dritten Mannschaft gegen Illnau-Effretikon 2. Dass es nicht einfach würde, diesen mit sehr erfahren Spielern und einer Spielerin gespickten Gegner zu schlagen, war von Anfang klar. Spielentscheidend war, was die vorderen drei Bretter machen würden. An den hinteren drei Brettern würden wir ein Übergewicht haben und dort mit höchster Wahrscheinlichkeit resultatmässig einen Vorteil herausarbeiten können. Die drei hinteren Bretter erfüllten ihre Erwartungen zum grössten Teil dann auch. Kari spielte eine sehr souveräne Partie. Sein Sieg war eine logische Folge. Franz konnte die Bauernstruktur seinen Gegners etwas schwächen und hoffen, dies im Endspiel nutzen zu können. Leider gelang dies aber trotz zähem Ringen nicht und so resultierte ein Remis wie auch am 4. Brett, wo es Beni mit der solid spielende Ex-Schweistermeisterin Erika Reust zu tun hatte. Wie erwartet lautete das Score an den letzten drei Brettern 2:1 für uns. Leider lief es an den vorderen drei Brettern nicht so gut. Beat verrechnete sich bei einem Figurentausch in einer für ihn etwas bessern Stellung. Hätte er mit dem Turm geschlagen anstatt mit dem Läufer, wäre alles gut gewesen. Leider verlor er aber die Qualität, nachdem er mit dem Läufer schlug und einen Zwischenzug übersehen hatte. Nicht besser erging es Andy. Er stand zwar im Endspiel mit einem Bauer weniger klar schlechter als sein Gegner. Dieser stellte aber prompt einen Springer ein und hauchte Andy ein zweites Leben ein. Nachdem auch die Türme getauscht wurden, lautete das Endspiel Springer und zwei Bauern gegen vier Bauern. Da der mit Weiss spielende Gegner zwei verbundene Freibauern auf dem Damenflügel hatte und die anderen Bauern sich am Königsflügel gegenseitig neutralisierten, galt das erste Gebot für Schwarz, die beiden Bauern auf dem Damenflügle dingfest zu machen, wie Nimzowitsch das vermutlich so formuliert hätte. Andy hatte aber einen anderen Plan: mit dem Springer die Bauern am Königsflügel erobern und dann eine Dame machen. Nur hatte dieser Plan einen Haken. Weiss würde am Damenflügel schneller sein, was dann auch eintraf. Das Gesamtscore lautete nun 2:3. Es lag nun an Viktor, zumindest mit einem Sieg das Mannschaftsremis sichern zu können. Es sah lange Zeit sehr gut aus. Viktor hatte bis ins Endspiel die etwas aktivere Stellung. War es mangelnde Spielpraxis oder die grössere Erfahrung seines Gegners, dass die Partie dann noch umschlug und unser Schicksal besiegelte?

Hier noch die Einzelresultate:

Tribschen 3 – Illnau-Effretikon 1

Brett

Spieler

Spieler

Resultat  2 - 4

1

Viktor Steinhauser (1826)

Hans Frischknecht (2002)

0-1

2

Andy Matter (1788)

Christian Hofer (1878)

0-1

3

Beat Zimmermann (1778)

Alfred Lässer (1716)

0-1

4

Bernhard Bucher (1842)

Erika Reust (1692)

½-½

5

Karl Bärtsch (1757)

Reinhold Näpflin (1657)

1-0

6

Franz Reiser (1741)

Emil Eigenheer (1590)

½-½

Leider gab es für die dritte Mannschaft kein Happy End. Trotzdem dürfen wir mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. Das Saisonziel Nichtabstieg wurde schon früh erreicht und dass wir eine geraume Zeit um den Aufstieg mitspielen konnten, war ein angenehmer Bonus.

Dass die vierte Mannschaft ebenfalls verlor mit 1.5:4.5 gegen Bellinzona 1, passt irgendwie in den gestrigen verregneten Samstag. Trotzdem sollte sich auch die vierte Mannschaft in der 3. Liga halten können.

(Hugo Ensmenger)


30.08.2023 - Matchbericht NLB: Tribschen - Winterthur 2 l 164

Das Gute zuerst. Wir konnten 4,5:3,5 gewinnen und durch den überraschenden Punktverlust von Nimzowitsch gegen Uzwil sind wir alleiniger Tabellenführer. Winthi, für die es nur noch um die goldene Ananas gibt konnte ihre Bretter 1+2+4 nicht ans Brett bringen und trat mit 3 talentierten Jugendlichen an. Nominell waren wir bis auf mein Brett an jedem Brett besser besetzt. Aber so wie Geld keine Tore schießt, gewinnt Rating noch keine Punkte.

Aus der Eröffnung tat sich nicht viel. Davide verbesserte mit W im IM Duell gegen Kelecevic immer ein wenig seine Stellung, musste aber gegen das Läuferpaar spielen. Dafür hatte S eine Schwäche auf d6. 

Kevins Stellung gefiel mir nach Lf5, dem sein Gegner gleich g4 entgegensetzen konnte nicht sehr gut. Aber das sind halt "Kevin Stellungen". Die sind immer sehr dynamisch und schwer zu sagen, wie es ausgeht.

Brett 3 baute sich Lubomir sehr solide auf, großen Vorteil konnte ich allerdings keinen erkennen.

Ein Brett weiter hatte Jürgen klein, sein junger Gegner groß rochiert und das versprach ein spannendes Wettrennen, wer schneller ist.

Bei mir an Brett 5 hatte ich etwas Vorteil aus der Eröffnung. Ein frühes Remisangebot des Gegners (der nach 10 Zügen schon mehr als 1 Stunde Bedenkzeit verbraucht hatte, lehnte ich an,weil m.M. nach wir als Team schlechter standen)

An Brett 6 hatte Nicolas vielleicht zu früh mit g5, Sh5 nebst f5 angegriffen. Ich fand, es wäre besser gewesen erst mit Sd7 die Entwicklung zu beenden.

Brett 7 hat Roman die Eröffnung (angenommenes Damengambit) suboptimal behandelt. Hier wäre wohl früh Se5 oder später nach Dc2 und b5, dann b3 mit Einschlag auf c6 angebracht gewesen.

An Brett 8 hatte Lukas einen Einschlag auf f7 mit falls nimmt anschließender Gabel übersehen. Trotzdem bekam Lukas für den Bauern doch Gegenspiel. Hier wäre wohl nachdem der Gegner Sh3 gespielt hat, g5 geboten gewesen. So einigter man sich dann doch auf Remis.

Nach etwas mehr als 3 Stunden gewann Lubomir, der seine Stellung immer weiter verbessern konnte, sehr souverän und auch Jürgen konnte mit etwas Mühe die Oberhand gewinnen und mit seiner Erfahrung den ganzen Punkt einstreichen. Roman, dessen Gegner im Zentrum durchbrechen konnte, musste dagegen die Segel streichen. 2,5:1,5 für uns. 

Bei Nicolas konnte der Gegner (der wesentlich stärker als seine Zahl ist und schon bei der SEM für Furore gesorgt hatte) den Turm auf e6 einpflanzen, der nicht mehr zu vertreiben war und so konnte Winthertur ausgleichen.

Nach 4,5 Stunden musste auch Kevin aufgeben. Ich habe von der Partie dann (weil mit meiner beschäftigt) nicht mehr viel mitbekommen. Ich fand seine Stellung eher schwierig, aber vielleicht kann er ja noch ein paar Worte dazu finden.

Und so stand es auf einmal 3,5 : 2,5 gegen uns und wir mit dem Rücken zur Wand. Mein Gegner hatte inzwischen in Zeitnot und schwieriger Stellung immer den richtigen Verteidigungszug gefunden und 2x habe ich auch eine lt. Maschine etwas bessere Fortsetzung ausgelassen und es stattdessen mit der Brechstange versucht. Besser wäre wohl gewesen, einfach versuchen, den Mehrbauern zu verwerten.

Davide konnte mit ein wenig Mühe dann doch in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Die alten Meister wie Kelecevic, die sind schon zäh.....

So stand es dann 3,5:3,5 und ich hatte den Bauern gegen Angriff zurückgegeben (was wohl objektiv falsch war), aber ich wollte einfach den Druck aufrecht erhalten. Beide Könige standen sehr offen und jede kleine Ungenauigkeitwar hier verderblich. Zum Glück für uns verlor hier mein Gegner, (wohl auch weil der jetzt schon lange immer den einzig richtigen Zug finden musste, um zu überleben)die Nerven und ich hatte ein dreizügiges Matt erspäht.

Ein wenig glücklicher Sieg. Jetzt haben wir mit Glarus als nächstes das erste von 2 Endspielen um den NLA Aufstieg. Wenn wir das wirklich packen wollen, dann müssen wir da in Bestbesetzung auftreten. Wir brauchen also ganz dringend Lukas S. und Daniel. Nur dann werden wir gegen Glarus eine Chance haben.

Auf gehts, nie war die Chance auf Aufstieg größer.

(Olaf Nazarenus)