31.08.2022 - SMM NLB 4. Runde St. Gallen 1 - Tribschen 1 l 28
St. Gallen : Tribschen 2:6
 
Nach knapp 2 Stunden sah alles noch an allen Bretten recht ausgeglichen aus. An Brett 1 hatte Jürgen im Budapester gegen IM Novkovic mit Ta6 eine Fortsetzung gewählt, die ich noch nie gesehen habe (was nicht viel heißen will), die aber schon spielbar zu sein scheint. Novkovic schien diese Variante nicht zu kennen und so kam Jürgen schnell in Vorteil.
 
Ebenso am Brett 2, wo Davides Gegner schon früh im Phillidor auf d4 genommen hat, was Davide Raum und Angriffschancen eröffnete. Als dann Sfr. Akermann dann den Damenspringer von a6 nicht nach c5, sondern nach b4?? überführte (um den B auf c3 anzugreifen) konnte Davide mit e5!! die Stellung öffnen und hatte dann relativ leichtes Spiel. Sfr Akermann kam nicht einmal mehr dazu mit dem Springer auf c2 zu nehmen. Die Stellung war einfach schon verloren.Souveräner und dieskussionsloser Sieg von Davide.
 
Am Brett 3 gefiel mir die Stellung von Markus irgendwie nie so ganz. Justament als er sich imho erholt hatte und etwas Gegenspiel am Königsflügel stellte er eine Figur ein und die Stellung war hoffnungslos.
 
Brett 4 baute Daniel recht solide im Londoner System auf. Mir persönlich gefällt Dc2 immer besser als Dc1, aber das ist whol eher Geschmackssache. Die Stellung war lange Zeit ausgeglichen. Daniel konnte dann aber im Verlauf der Partie einen minimalen Vorteil erzielen. Somit 5:2
 
Brett 5: Nicolas baute sich hier im geschlossenen Sizilianer ganz solide und ruhig auf. Sfr. Jenal spielte recht ambitionslos und statt am Damenflügel aktiv zu werden, verhielt er sich recht passiv und gestattet Nicolas aktiv am Königsflügel vorzugehen, was dieser dann auch konsequent tat.
 
Brett 6: Ich spielte wie immer mein Zuckertort herunter und war quasi ohne Zeitverlust ins Mittelspiel gekommen. Dort bot ich einen Bauern an gegen aktives Spiel, worauf mein Gegner nicht einging. Ich hätte dann einen Bauern gewinnen können, hätte aber dafür ungleiche Läufer + 2T +D auf dem Feld behalten und eine recht luftige Königsstellung. Angesichts des Zwischenstandes war mir das zu riskant und ich wickelte in ein remisiges, knapp besseres Endspiel ab.
 
Brett 7: Daniel P  spielte eine grundsolide Partie und hatte dann im Endspiel die d-Linie für den T + den besseren Läufer. Das Remis Angebot des Gegners lehnte er ab. Sah gut für uns aus hier.
 
Brett 8: Roman ging recht agressiv gegen den Königsflügel nach großer Rochade vor. Irgendwie war er aber dann doch nicht schnell genug. Die Frage ist, ob man besser auf h7 oder f7 genommen hätte ist hier schwierig zu beantworten ohne die Maschine zu befragen. Nachdem sein Gegner b4 gespielt hat, habe ich da keinen Vorteil mehr für Roman gesehen.
 
Es ging dann doch Schlag auf Schlag, ehe ich mich versah , kam die Meldung 3,5 für uns und das kam so. Jürgen hatte IM Novkovic total überspielt und die Qualle gewonnen. Die Frage war nur, ob man nicht schon früher (vor seinem h4 nicht hätte g5 spielen können). Fast zeitgleich gewann auch Davide völlig ungefährdet, somit 2:0 für uns. Danach konnten Roman durch remis und Daniel P an den Schlußbrettern erhöhen, wobei Daniels Sieg wirklich sauber herausgespielt war. Ganz solide und ohne dem Gegner auch nur die geringste Aussicht auf Vorteil zu geben.
 
Somit blieben die "Mittelbretter". Markus versuchte mit Minusfigut und seinen Freibauer auf f3 noch etwas im Trüben zu fischen, war aber nach dem Figureneinsteller chancenlos. Somit 3,5: 1,5
 
Nicolas hatte dann dann schon in Gewinnstellung noch ein schönes taktisches Manöver Dd3, bei dem er mit Damenopfer Matt drohte. Sein Gegner gab dann in chancenloser Stellung auch auf und der Deckel war auf dem Sieg drauf.
 
Daniel L hatte inzwischen eine klar bessere Stellung in einem Endspiel T+ungleichfarbigen Läufern mit Bauernvorteil erreicht. Te1? stellte dann nach einem weiteren Bauernopfer des Gegners leider die Qualle ein, die Stellung war aber immer noch gut genug für remis.
 
Mein Gegner hatte sich in den Kopf gesetzt, sein schlechteres Endspiel zu gewinnen und zog mit dem König in Richung Damenflügel um meinen Freibauern auf d5 zu bockieren. Den verwaisten Königsflügel konnte ich dann aufbrechen und einen zweiten, entfernten Freibauern (auch noch den Randbauern) zu schaffen. Sein damit entstehender Freibauer auf der f-Linie konnte ich einfach blockieren mit K + später L und so gab er dann nach d6! mit Bauernopfer meinerseits auf, weil dann der Randbauer einfach eiziehen würde. Falle er auch d6 nicht nimmt , kommt ein erneutes Scheinopfer auf d7 und gegen 2 Freibauern auf der 7. Linie war kein Kraut mehr gewachsen. Am Rande sei bemerkt, daß ich in der ganzen Partie niemals materiellen Vorteil hatte oder Mattdrohungen aufstellen konnte. Und die Aufgabe der Partie kam, als er einen Bauern hätte gewinnen können )))
 
Insgesamt eine konzentrierte und bärenstarke Mannschaftsleistung. St. Gallen war mit 2:6 noch richtig gut bedient, das hätte auch ohne Weiteres 7.5 ausgehen können. Besonders hervorzuheben die Leistungen an den beiden Spitzenbrettern. Daß beide Gegner auf diesem Niveau vollständig chancenlos sind, ist eher selten. 
 
Wichtiger Sieg für uns, denn bei einer Niederlage hätten wir uns sehr ernsthaft mit dem Abstieg beschäftigen müssen. Das Abstiegsgespenst ist noch nicht ganz gebannt, es gilt jetzt in den kommenden beiden Runden nachzulegen.

31.08.2022 - SMM NLB 1. Runde Mendrisio 1 - Tribschen 1 l 20

Gleich in der 1. Runde stand das Auswärtsspiel gegen den Favoriten Mendrisio auf dem Programm. Obwohl wir top motiviert waren, war doch die Hoffnung, dass von ihren 2 GMs und 6 IMs nicht alle spielen würden.
Alle fuhren mit dem Zug und so war noch reichlich Zeit für Geschichten und Diskussionen und zur Vorbereitung für denjenigen, der unter der Woche keine Zeit hatte. In Chiasso hatten die Hungrigen dann auch noch Zeit für eine Portion Pasta.
Um 12:25 Uhr wurde die Aufstellungen ausgetauscht und tatsächlich waren „nur“ 1 GM und 3 IMs anwesend. Allerdings hatten wie üblich auch die anderen 4 Spieler zwischen 2150 und 2315 Elo aufzuweisen. Ein kleines Wunder musste also doch noch her mit im Schnitt 85 Elo weniger pro Brett.
Am 1. Brett hatte es Kevin mit dem GM Brunello zu tun (und sich gar nicht auf 1.d4 vorbereitet). Er stand dann nach der Eröffnung auch defensiv und in Zeitnot, aber noch recht solide.
Am 2. Brett hatte Davide mit weiss den IM Aranovitch als Gegner. Aus der Eröffnung ist er mit 1 Stunde Vorsprung und minimalem bis leichtem Stellungsvorteil gekommen. Die Zeit kann aber im Schach durchaus von Vorteil sein.
Am 3. Brett spielte Jürgen mit schwarz gegen FM Patuzzo. Hier ging leider bereits in der Eröffnung der d5 Bauer verloren und die Aussichten waren daher nicht rosig. Jürgen wechselte aber direkt in den Verteidigungsmodus und versuchte es, dem Gegner so schwer wie möglich zu machen. Es wurden einige Figuren in der Folge getauscht und weiss verblieb mit Turm, Läufer und 6 Bauern gegen Turm, Springer und 5 Bauern.
Am 4. Brett spielte Lukas mit weiss gegen den IM Mantovani. Es ging plötzlich sehr scharf zu und trotz seiner Beteuerung auf der Hinfahrt, dass er eigentlich nie in Zeitnot gerät, indem er einfach schneller spielt als sein Gegner, waren plötzlich mehr Varianten zu rechnen als die Zeit zuliess. Gerade als die Stellung gewonnen aussah, waren leider nur noch 15-20 Minuten auf seiner Uhr übrig.
Am 5. Brett war Lubo mit schwarz gegen IM Vezzosi an der Reihe. Die Eröffnung erschien mir in Ordnung zu sein und die Stellung war unklar.
Am 6. Brett versuchte Dani schnell Remis zu machen, da er für den Abend noch ein Ticket für das Eishockey-Finale EVZ-ZSC hatte. Nachdem ein frühes Remisangebot noch abgelehnt wurde, endete die Partie nach etwa 25 Zügen und 3 Stunden mit Dauerschach.
Am 7. Brett wählte Toni einen etwas defensiven,  aber sehr soliden Aufbau. Gerade als die Läufer getauscht waren und die schwarze Stellung keine Schwächen zeigte, liess Toni eine Springergabel mit Damengewinn zu.
Am 8. Brett erreichte Nicolas mit weiss die aktivste und beste Stellung von uns allen. Der Gegner tauschte aus Angst vor einem Königsangriff die Damen, allerdings hatte weiss nach wie vor mehr Raum und die schwarzen Leichtfiguren, insbesondere die beiden Läufer, standen im Mittelspiel/ Endspiel doch sehr passiv.
Soweit die Zusammenfassung nach 3 Stunden.
Ich hatte da leider nur noch etwa 5 Minuten auf der Uhr und konnte das weitere Geschehen nicht mehr mitverfolgen. Nachdem GM Brunello alle Figuren optimiert hatte, war es plötzlich gar nicht so einfach weiterzukommen. Der Damenflügel und das Zentrum waren versperrt und mit dem König auf g1 sah mein Gegner vom Bauernsturm am Königsflügel ab. Im 26. Zug unterlief meinem Gegner die erste Ungenauigkeit, als er versuchte, mit taktischen Mitteln ein Paar Türme zu tauschen, um auf der halboffenen d-Linie weiterzukommen. Ich sah den besten Zug und konnte erstmals ausgleichen und sogar die Initiative ergreifen. Im 31. Zug mit 2 Minuten auf der Uhr spielte ich leider die falsche Zugreihenfolge, sonst wäre ich plötzlich noch deutlich besser gestanden. Es entstand ein taktisches Geplänkel, in dem ich fälschlicherweise zwischendurch glaubte, besser zu stehen. Nachdem der GM alle guten Züge gespielt hatte, rettete ich mich mit einem Schach über die Zeitnot und musste plötzlich feststellen, dass ich ja schon wieder schlechter stand.
In der Zwischenzeit hatte Davide auf Brett 2 mit Druck und Zeitvorteil einen Sieg einfahren können. Jürgen hatte auf Brett 3 tatsächlich ein gut zu verteidigendes Endspiel mit Springer gegen Läufer auf dem Brett. Lukas hatte auf Brett 4 leider in Zeitnot den nicht trivialen Gewinn nicht gefunden und nur Remis gespielt. Bei Lubo auf Brett 5 war ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit jeweils 2 Türmen und einem Mehrbauern für weiss entstanden. Der schwarze König stand zwar etwas abseits, aber das schien in Ordnung zu sein. Nicolas auf Brett 8 hatte in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit je 1 Turm und 4 Bauern abgewickelt. Schwarz hatte einen vom König geblockten Freibauer auf h4 und weiss konnte einen gedeckten Freibauern auf d5 bekommen, sah davon aber zunächst ab.
Es stand also 2:2 und alle schienen ihre Partien Remis zu spielen/ halten (selbst Jürgen hatte es wohl irgendwie geschafft, Hut ab), ausser mir. Insbesondere da ich immer noch glaubte, vorher besser gestanden zu sein, hat mich das dann schon sehr genervt. Ich suchte 10 Minuten, 15 Minuten, 20 Minuten und dann plötzlich sah ich einen hervorragenden Trick - der leider nicht ganz forciert war. Ich sah auch nach 35 Minuten noch nichts besseres und spielte meinen Zug und griff seinen Turm an. Mein Gegner überlegte ca. 15-20 Minuten. Das dürfte Rekord für diese Partie gewesen sein (wie ich später gesehen habe, hat er ein Rapid-Rating von über 2700, daher scheint er eine sehr schnelle Auffassungsgabe zu haben). Er spielte den bei weitem natürlichsten Turmzug, an dem ich auch am längsten rumgedoktert hatte. Ich war mir aber sehr sicher, dass jetzt mein Trick plötzlich in greifbare Nähe gerückt war. Mit meinem nächsten Zug „opferte“ ich meinen Springer und griff seinen Mehrbauern an. Nach weiteren 10-15 Minuten des Überlegens nahm er meinen Springer (allerdings war hier in der Tat bereits guter Rat teuer, um die Partie am Laufen zu halten). Ich denke, er hatte allerdings „nur“ gesehen, dass mir sowohl die Damenschachs ausgehen würden als auch, dass das Damenendspiel, wenn ich seinen Springer mit Schach zurückgewinnen würde, verloren für mich war. Allerdings existierte noch ein unscheinbarer Zug, um das unmöglich erscheinende Dauerschach zu geben. Er bekam bei dem Zug grosse Augen, schluckte schwer und die Partie endete Remis.
Kurz darauf endete auch Jürgens Partie mit Remis und auch Lubomirs Gegner stimmte dem Remis zu, als seine 2 gegen 1 Situation am Damenflügel keinerlei Fortschritte machte.
3,5:3,5
Es blieb nur noch Nicolas‘ Partie, in der ich, gerade als ich fertig war, dachte, dass höchstens Weiss noch am Drücken ist. Nachdem allerdings der weisse Turm am Verteidigen blieb, versuchte plötzlich der Nachziehende mit seinem Turm dank Bauernopfers ins gegnerische Lager einzudringen. Das passierte auch, allerdings schien das auf den ersten Blick für weiss nach dem thematischen Durchbruch c5 dxc5 d6 gewonnen zu sein (der Computer fand allerdings noch eine Verteidigung mit Ausgleich). Leider war Nicolas immer noch im Verteidigungsmodus und diese gute Möglichkeit blieb ungenutzt. Kurz darauf wurde plötzlich nach ein paar Ungenauigkeiten von weiss der schwarze h-Bauer und der Angriff auf den weissen König sehr unangenehm und war dann tatsächlich nur noch mit Turmverlust aufzuhalten. 4,5:3,5 für Mendrisio.
Schade, aber ich fand es trotzdem eine hervorragende Teamleistung und einen sehr schönen Ausflug mit der Mannschaft: nicht nur, weil mir ein studienartiges Dauerschach gelang, auch weil nahezu alle Partien sehr spannend (und umkämpft) waren und wir einen fast perfekten Start in die Saison gehabt hätten.


01.05.2022 - SMM-Matchbericht SG Emmenbr├╝cke gegen SKT 2 l 111

Vorweg: der Auftakt in die neue SMM-Saison gegen den Aufsteiger Emmenbrücke misslang ebenso wie im Vorjahr gegen Oftringen (war auch Aufsteiger)! Eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl, konnten wir doch eine starke und erfahrene Equipe stellen. Der Gegner mit den beiden starken und sehr jungen Mattenberger-Brüder und einem weiteren noch ELO-losen Junior, Tobias Koch, boten uns mehr als lieb als nur die Stirn. Auch die übrigen und routinierten Gegner zeigten ihre Zähne.

Der Wettkampf-Verlauf:

Am 5. Brett beendete unser Präsi Claudio seine Partie gegen Danush als Erster. Allerdings reichte es nicht ganz zum erhofften Sieg. Zwischenstand 1/2:1/2

Zumal sich auch schon der Verlust am 1. Brett von Lukas gegen den "älteren"  Mattenberger-Buben anbahnte (und dann auch eintraf). Der Mattangriff mittels Turmopfer auf der h-Linie war sehenswert. Zwischenstand 1/2 : 1 1/2 aus unserer Sicht

Dani am 4. Brett mühte sich lange gegen die geschickt geführte Verteidigung von Sepp Lustenberger. Nach intensivem Kampf übersah dann Dani's Gegner eine versteckte Mattdrohung. Zwischenstand 1 1/2 : 1 1/2

Es verblieben somit noch 3 Partien um diesen zähen Aufsteiger womöglich doch noch zu bezwingen (?). Aber, oh Schreck, Roman's Bauernstruktur sah so düster aus wie das Wetter zwischendurch. Zudem sah er sich einem gewaltigen Angriff auf seinen König ausgesetzt. Resultat-Tendenz Null. Markus am 6. Brett schien mir stark remis-verdächtig. Also Tendenz Halber Punkt. Verblieb noch Hugo am 2. Brett. Zum Zeitpunkt dieser Wettkampf-Beurteilung war er der Einzige, der reell auf Sieg spielen konnte. Tendenz remis bis 1.

Hugo verpasste dann aber in unklarer Stellung einen giftigen Springerzug mit doppelter Attacke auf die gegnerische Königin, welche wohl den ganzen Punkt gebracht hätte. Nach einem Grossabtausch der schweren Figuren blieb letztendlich nur ein Remis. Zwischenstand also 2:2

Dieser Rückschlag verstärkte zudem Markus. Seine offensiv ausgerichtete Spielanlage am Damenflügel war leider zu langsam. Sein junger Gegner sah seine Möglichkeiten auf dem anderen Flügel und er räumte dann siegbringend den Königsflügel. Zwischenstand somit nun 2:3

Blieb noch Roman: Sein U-12-Gegner Dominik M. hatte in der Folge wohl zuwenig aus seiner komfortablen Stellung gemacht. Im Endspiel T+2 Bauern von Roman konnte er S+4 verbundene Bauern entgegensetzen. Mühseliges Geknorze für einen eventuellen Sieg, aber gut genug für die Sicherstellung des Wettkampfsieges. Endstand 2 1/2 : 3 1/2 für den Gegner.

Als Teamcaptain gratulierte ich meinem Antipoden Andy Wüst und seiner Equipe zum tollen Saisonauftakt. Der ganzen Sache konnte ich nur in einer Sicht etwas positives abringen: Der Himmel schloss seine Schleusen!!

ML Mario Bobbià

 

 

 

 


28.04.2022 - Frank auf Reisen l 108

Ab dem 30.4. bin ich für drei Monate mit Familie segelnd auf der Ostsee unterwegs.

Wie vielerseits versprochen, gibt es hier den Link zu unserem Reiseblog, wo man bald regelmässig Neues erfahren und Bilder anschauen kann:

samsaramadhye.blogspot.com

Bis im August!

Frank


26.04.2022 - Schlussrunde der SGM - Bericht des Spielleiters l 114

Die letzte Runde der SGM ist gespielt und wir konnten die Saison mit einem 4:2 Sieg beenden. Dazu ist zu sagen, dass bei DSSP 1 gleich 15(!) Spieler fehlten, die entweder an einem Trainingslager in Berlin weilten oder an einem Turin in Krefeld teilnahmen. Nichtsdestotrotz nahm mit Christian Bauer wiederum ein GM am ersten Brett Platz und auch am 2. Brett spielte mit 2042 Elo ein Schwergewicht am 2. Brett. Das war zu viel für unsere zwei ersten Bretter. Mario musste nach gut einer Stunde die Überlegenheit seines Gegners anerkennen, nachdem dieser ihn mit der Rossolimo Variante in der Sizilianischen Verteidigung überrascht hatte. Mario war schon nach dem 3. Zug „Out of Book“ und wurde daraufhin am Damenflügel so richtig zerzaust. Nicht viel besser erging es Claudio, der schon früh einen Bauern verlor und diesen verzweifelt zurückgewinnen versuchte – leider erfolglos. Sein Gegner nutzte seine zahlenmässige Überlegenheit zu einem homorlos erspielten Sieg.

An den Brettern drei bis sechs waren die Gegner  einer kleiner als der andere. Der jüngste brachte es auf knapp 10 Jahre. Aber unterschätzen durfte man diese von GM’s geschulten Kids auf keinen Fall. So gingen wir, die wir schon fast Grossvätern von unseren Gegnern sein konnten, sehr konzentriert ans Werk. Mein Gegner (11 Jahre) konnte sich in der Eröffnung sehr gut gegen meinen Aufbau entwickleln, und übte schon bald einen unangenehmen Druck auf mein Zentrum und meinen Damenflügel aus. Ich auf der anderen Seite suchte mein Glück auf dem Königsflügel. Bekanntlich endet das Spiel, wenn der König matt gesetzt wird. So ging es nicht lange, bis mein Gegner zunehmend Zeit verbrauchte, weil ihm meine Mattdrohungen nicht verborgen blieben und er gezwungen war, Zeit in die Verteidigung zu investieren. Er fand aber nicht das richtige Rezept und versuchte mit seinem Springer die Läuferdiagonale b2-h7 zu blockieren. Dies kostete ihm aber einen Bauern. Wenn ich die Stellung intensiver angeschaut hätte, wäre sogar ein Figurengewinn möglich gewesen. So aber war mein Plan, möglichst alles abzutauschen, damit ich den Mehrbauern sicher zum Sieg führen konnte. Mein Gegner wich aber meinen Versuchen, die Dame zu tauschen aus. Nur hatte ich eine perfide Falle gestellt, die seine Schwäche auf der Grundlinie beinhaltete. Er übersah schlichtweg ein (offensichtliches) Damenopfer auf a8 mt Ausnutzung der Grundlinienschwäche: Dame nimmt Turm auf a8, Turm nimmt Dame, der erste Turm gibt Schach d1, Turm nimmt Turm, der zweite Turm nimmt Turm und setzt matt, während die schwarze Dame hilflos zusieht.

Die anderen Knirpse schafften es immerhin bis über die Zeitkontrolle. Es war aber offensichtlich, dass der Verteidigungsmodus in deren kurzen Laufbahn noch wenig geübt werden konnte. Alle verloren nachdem sie den Rückwärtsgang einlegen und sich auf die Verteidigung hätten konzentrieren müssen. Besonders sehenswert war das Endspiel von Thomas Bachmann, der 2 Mehrbauern hatte, aber die Läufer ungleichfarbig waren. Um zu gewinnen musste auf beiden Flügeln ein Freibauer her, das nur unter einem Bauernopfer bewerkstelligt werden konnte, nachdem die Bauern genügend weit nach vorne geschoben wurden. Thomas meisterte dies bravorös. Auch Markus konnte einen Freibauern auf der a-Linie in die Wegschale werfen. Ausserdem bearbeitete er den schwachen Bauern auf c3, was lange ein Motiv war. Nachdem dieser gewonnen wurde, war die Partie entschieden. Die Partie von Franz konnte ich leider nicht gross mitverfolgen. Kurz vor Schluss seiner Partie fragte mich Franz, ob er ein Remis anbieten dürfe. Da wir aber zu diesem Zeitpunkt 0:2 hinten lagen, war meine Antwort klar. Er dankte es mir mit einem Sieg nach wenigen weiteren Zügen.

Hier noch die nackten Zahlen.

DSSP 1 – Tribschen 2      2:4

Brett 1 (s): Mario Bobbià 1798) – Christian Bauer (2611)                       0:1
Brett 2 (w): Claudio Caduff (1852) – Moritz Valentin Collin (2042)         0:1
Brett 3 (s): Thomas Bachmann (1911) – Tobias Thommen (1660)         1:0
Brett 4 (w): Hugo Ensmenger (1843) – Tamerlan Bedullayev (1604)     1:0
Brett 5 (s): Markus Eichenberger (1917)  – Mischa Domschke (1455)   1:0
Brett 6 (w): Franz Reiser (1696) – Linus Mathis (1434)                          1:0

Mit diesem Sieg konnte wir noch einen Sprung auf den 5. Schlussrang machen.

Schlussrangliste: 1. DSSP 10/24, 2. Chess-Flyers 9/24½, 3. Nimzowitsch 2 8/20, 4. Wollishofen 2 7/23½,5. Tribschen 2 7/19½, 6. Réti ZH 3 6/21, 7. Zug 6/20, 8. Letzi ZH 3/17½  (von Mario verdankenswerterweise zur Verfügung gestellt)

Bevor wir dann zum gemütlichen Teil übergingen, machten wir noch einen Abstecher ins Tribschen, wo unsere erste Mannschaft gegen Schwarz-Weiss Bern den dritten Platz zu verteidigen versuchte. Das Ganze begann aber schon ungünstig, musste doch das 3. Brett forfait gegeben werden. Das schmerzt nicht wenig, da gemäss Ordungsbussenreglement ein Forfait an den vorderen Brett mit CHF 200.- geahndet wird. Da es sich hier um die Schlussrunde handelte, kommen aber noch einmal CHF 200.- drauf. Unser Kassier wird sich freuen.

Auch sportlich gesehen gab es mit einem 2.5:5.5 eine Klatsche und ein Abrutschen auf den 4. Schlussrang). Mehr möchte ich dazu nicht sagen, sondern gleich zum gemütlichen Teil übergehen.

Im Militärgarten trafen wir uns dann zum lange angekündigten Saison-Abschlussessen. Von den beiden ersten Mannschaften fanden sich je 5 Spieler ein. Verstärkt wurden wir durch Dani u. Roman, die sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft fast gleich viele Partien spielten. Das Dutzend war somit voll. Eine etwas komische SGM fand somit in einem gebührenden Rahmen seinen Abschluss. Die Küche im Militärgarten wurde ziemlich stark gefordert, da 12 unterschiedliche Menüs serviert werden mussten. Unser Bedienung legte sich mächtig ins Zeug und erfüllte uns fast jeden Wunsch. Nur beim Rivella rot musste sie kapitulieren. Glücklicherweise sind wir keine nachtragenden Menschen und halten uns nicht lange mit solchen Nebensächlichkeiten auf. Schliesslich galt es auch noch die eifrigsten Punktesammler aus den beiden Mannschaften lobend zu erwähnen. Hier tat sich besonders Rambert Bellmann hervor, der unglaubliche fünf Punkte aus sechs Partien holte und das gegen durchwegs starke Gegner. Am ersten Brett liess sich Davide Arcuti solide 3/4 notieren. Beide blieben ungeschlagen. Herzliche Gratulation an die beiden für die tolle Leistung! In der zweiten Mannschaft holte Thomas Bachmann starke 4/5. Auch hier lässt sich der Gegnerschnitt durchaus sehen. Die 4.5/6 des Schreibenden dürfen auch nicht unerwähnt bleiben, nachdem dieser die letzten vier Partien allesamt gewann, allerdings gegen nicht so starke Gegnerschaft. Beide mussten einmal als Verlierer vom Brett gehen.

Zum Schluss bleibt mir doch allen ein Dankeschön auszusprechen, die zu einer insgesamt unter den gegebenen schwierigen Umständen doch erfreulichen Saison beigetragen haben, sehen wir einmal von dem teuren Forfait in der letzten Runde ab. Ein besonderes Dankeschön geht dabei an den Mannschaftsleiter der 1. Mannschaft, Frank Neubert, der die 1. Mannschaft wie immer mit viel Einsatz durch die Saison geführt hat. Er wird bekanntlich in einer Woche mit seiner Familie auf eine ausgedehnte Segeltour in die Ostsee stechen. Dazu wünschen wir ihm natürlich Mast- und Schotbruch! Ein Dank gebührt sicher auch dem Schreibenden, aber das ziemt ja leider nicht. Deshalb lasse ich es hier. An dieser Stelle möchte ich aber auch all jenen danken, die immer wieder eingesprungen sind, wenn sie gebraucht wurden. Eine Mannschaft kann nur Erfolg haben, wenn alle ihren Beitrag leisten, nicht nur die Stammspieler.

Für die nächste Saison hoffe ich natürlich, dass die Umstände wieder einigermassen normal sind (keine Pandemie mehr und, was viel wichtiger ist, Frieden in Russland und dem Rest der Welt) und wir mit neuem Elan in die SGM Saison 2022/23 starten werden.

Vorderhand freuen wir uns aber auf die 1. Runde der SMM, die bereits nächste Woche startet. Ich wünsche allen Spielern dazu viel Erfolg.

Allen eine gute Zeit und schachliche Grüsse
Euer Hugo
Externer Spielleiter u. ML Tribschen 2