08.01.2023 - Spielbericht Tribschen 1 - Z├╝rich 2, SGM 7.1.23 l 35

Wir starteten das Heimspiel mit einem Punkt Vorsprung: Zürich musste kurzfristig mit einem Ausfall leben und daher das letzte Brett freilassen. Dadurch kam ich als Mannschaftsleiter zu einem spielfreien Punkt und einem wohl anstrengenderen Nachmittag als wenn ich selbst gespielt hätte…

Nach wenigen Zügen stand Rambert an Brett 7 anrüchig, einige weitere Minuten später schon sehr schlecht, so dass der Ausgleich drohte. Den «besorgte» aber zunächst Olaf an Brett 5, der im Mittelspiel im Zentrum eine Taktik übersah und dadurch etwas zu viel Material einstellte. An allen weiteren Brettern zeichnete sich für mein Laienauge kein wirklicher Trend ab, was sich angesichts der schlechten Stellung an Brett 7 nicht gut anfühlte. Die verbesserte sich aber allmählich, weil Ramberts Gegner die gewinnbringenden Fortsetzungen nicht fand oder ihnen nicht traute.

Davide an Brett 1 spielte aktiv und erhielt bald starken Angriff am Königsflügel, dem sich der Gegner nur durch Flucht des Königs nach d8 entziehen konnte. Dann fand Davide aber nicht die stärkste Fortsetzung, die nach eigener Aussage im Turmschwenk a1-a4-c4 bestanden hätte. Im Endspiel hatte er dann die Qualität für drei Bauern, hielt das aber aufgrund der Aktivität seiner Türme unproblematisch remis.

Bei Aleks an 2 war mir vieles unklar. Die Stellung schien komplex und Aleks’ Zeit wurde knapper und knapper. Er wehrte die Angriffsversuche seines Gegners ab und entwickelte selbst gefährliche Drohung auf der offenen e-Linie. Der Gegner wehrte sich erfolgreich, und so stand bald ein totremises Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und eine Minusbauern für Aleks auf dem Brett, das sich der Gegner noch eine ganze Weile lang zeigen liess.

An Brett 3 spielte Dani, der seinem Gegner freiwillig etwas Luft liess, weil dieser keine guten Felder für seine Figuren hatte. Er blieb dafür letztlich mit etwas mehr Aktivität und tauschte in ein Endspiel mit weissfeldrigen Läufern ab, wo die eigenen Bauern auf schwarzen Feldern goldrichtig standen und sich die Möglichkeit ergab, einen Freibauern am Damenflügel zu bilden. Ob das zum Gewinn reichte? Mehr dazu gleich.

Samuel an Brett 4 verteidigte sich erfolgreich gegen die gegnerischen Angriffsbemühungen, und die Partie endete in einem dauerschachigen Damenendspiel – remis.

Inzwischen hatte Rambert seine Partie an Brett 7 – wir erinnern uns: er stand zwischenzeitlich auf Verlust – gewonnen! Alle noch laufenden Partien durften gern Remis enden, da wir einen mehr auf dem Konto hatten…

Bei Sebastian an 6 entwickelte sich die Partie in sehr ruhigen Bahnen. Aus einem Doppelläuferendspiel tauschte sein Gegner die schwarzfeldrigen Läufer ab. Es ergab sich ein Endspiel mit weissfeldrigen Läufern, wo die eigenen Bauern auf schwarzen Feldern goldrichtig standen und sich die Möglichkeit ergab, einen Freibauern am Damenflügel zu bilden. Ob das zum Gewinn reichte? ... Äh, hatten wir das nicht schon? Ach ja, an Brett 3. Die beiden Endspiele liefen noch sehr lange. Des Mannschaftssieges war ich mir inzwischen sicher, aber unklar war, wie hoch er ausfallen würde. Dass schliesslich sowohl Dani als auch Sebastian ihre Partien gewinnen konnten, hatte ich ehrlicherweise nicht erwartet. Umso erfreulicher aber, dass wir letztendlich mit 5.5 zu 2.5 gewinnen konnten.

In der dritten Runde steht das nächste Highlight an: Die erste Mannschaft des Klubs absolviert gegen Triesen (LI) ihren ersten internationalen Pflichtspieleinsatz…

Frank Neubert (Captain Team 1)


08.01.2023 - Matchbericht Tribschen 2 - Letzi, SGM 7.1.23 l 33

Es war ein sehr erfreulicher Samstagnachmittag, den ich als nichtspielender Mannschaftsleiter erleben durfte. Obwohl Letzi nicht mit allen Cracks (es fehlte u.a. M. Maffioli) stellten sich doch vier Spieler mit über 1900 Elo. Auf unserer Seite hatten wir auch nicht mehr zu bieten. Das versprach doch einen spannenden Wettkampf.

Nach der Eröffnungsphase bewahrheitete sich die Ausgangslage. An keinem Brett hatten wir nennenswerte Vorteile, obwohl die Stellungen z.T. sehr spannend aussahen.

Unser Teamsenior Mario nahm diesmal am ungewohnten letzten Brett Platz. Er sollte schliesslich auch einmal die Chance haben, nicht das „Kanonenfutter“ spielen zu müssen. Seinen Gegner kannte ich aus der letzten Saison, als ich ihn in der 6. Runde besiegte. In der Zwischenzeit hatte er es aber immer noch nicht in die Führungsliste geschafft. Seine Einschätzung liegt aber bei 1850. Weiss spielte eigentlich nicht schlecht und wickelte in ein für ihn klar besseres Endspiel ab. Dann aber spielte er einen fatalen Springerzug, der eine tödliche Fesselung des Springers zuliess. So konnte Mario das Score nach zwei Stunden Spielzeit eröffnen. Stand: 1:0 für uns.

Es dauerte dann eine Stunde bis die nächste Entscheidung fiel. Am ersten Brett hatte es Roman mit dem Mannschaftsleiter Fynn von Kistowski zu tun. Dieser hat erst 18 gespielte Partien auf seinem Konto, wovon allerdings nur drei verloren gingen. Sicher kein zu unterschätzender Gegner, da er bereits 1905 Punkte auf die Elo-Waage bringt. Es entwickelte sich dann auch eine sehr interessante Partie (Caro-Kann mit Vorstoss Variante), wo beide bis zum 13. Zug von Weiss auf wenig bekannten Pfaden wandelten. Zu diesem Zeitpunkt lag Schwarz sogar leicht im Vorteil. Aber das heisst in solchen Partien nichts. Nachdem es zu einer Tauschorgie inkl. Damentausch kam, stand die Partie nach 17 Zügen komplett ausgeglichen. Als es dann etwas taktisch wurde, verlor Schwarz komplett den Überblick und stellte eine Figur ein. Neuer Stand: 2:0 für uns.

Am fünften Brett entwickelte sich ebenfalls eine höchst interessante Partie in einem Damengambit (mit Abtausch auf d5), nachdem Christoph im 13. Zug einen Läufer auf e6 geopfert und dafür zwei Bauern und einen vielversprechenden Angriff erhalten hatte. Schwarz musste sich schon präzis verteidigen, um das Gleichgewicht halten zu können. Dies tat Schwarz dann auch eine Zeit lang recht gut, kam sogar in klaren Vorteil, aber brach dann doch ein. Im 23. Zug spielte Schwarz einen fatalen Königszug und gestattete Weiss eine höchst unangenehme Fesselung, die allerlei taktische Wendungen zuliess. Das war des Guten zuviel. Christoph konnte die Figur wieder zurückerobern, was faktisch den Sieg bedeutete, da die Verteidigung von Schwarz kollabierte. Der Mut von Christoph hat sich wieder einmal ausbezahlt. Stand: 3:0 für uns.

Nach diesem Zwischenstand konnte ich beruhigt der Dinge harren, die da kamen, wusste ich doch, dass in den verbliebenen drei Partien mindestens ein Remis erreicht werden kann. Da verdarb mir auch die Niederlage von Claudio die gute Laune nicht, auch wenn diese nicht unbedingt zwingend war. Aber sein Gegner, Werner Brunner, wickelte in ein für ihn günstiges Turmendspiel ab, wo er seine 2025 Elo ausspielen konnte. Neuer Stand: 3:1.

Wir kommen nun zum zweiten Brett, wo sich Wunderliches tat. Ich weiss nicht, ob es daran lag, dass Dani Portmann dort sass, oder weil hier einfach zwei Spieler Lust auf ein unkonventionelles Spiel hatten. Schon die Erföffnung war ungewöhnlich: 1. e4 c5; 2. d4?!. Der Zug 2.d4 ist der vierthäufigst gespielte Zug. Weiss führte anscheinend etwas im Schilde. Nach 2. …cxd4 kam c3. Na also – das Morragambit. Das war sicherlich auch eine Überraschung für Dani. Trotzdem kam er gut aus der Eröffnung heraus, obwohl sein König in der Mitte gefangen war. Die Bauern e7, f7, f6 boten genügend Schutz. Und wenn man die Damen tauschen kann, steht der König in der Mitte sogar optimal. Der Damentausch kam, aber damit kamen auch die Probleme. Dani fand nicht den richtigen Weg und mövrierte sich Zug für Zug in eine höchst unangenehme Lage. Jedenfalls stand er um den Zug 31 auf Verlust. Dieser Meinung war wohl auch Dani’s Gegner. Nachdem dieser den h-Bauern erobern konnte, machte er sich sogleich an den zweiten heran. Dass dieser vergiftet war, dafür sorgte Dani ein paar Züge vorher. Prompt schnappte die Falle zu und Dani schlug den Läufer, der den Turm deckte, mit seinem Turm, so dass dieser fast vom Brett fiel. Da hatte sich wohl etwas Energie angestaut. Dani verwertete die Mehrfigur dann souverän. Neuer Stand: 4:1.

Damit lag es an Toni, für das Schlussresulat zu sorgen. Er musste sich mit dem aufstrebenden Michal Svagerka auseinandersetzen. Dieser machte ihm das Leben dann auch nicht einfach und nahm das Damengambit, das Toni ihm servierte, an und insistierte darauf, den Bauern auf c4 mit c6, a6 und b5 zu behalten. Es schien als ob Schwarz damit nach Ende der Eröffnung durchkam. Aber nachdem Toni anfing, die Bauern am Damenflügel zu bearbeiten, konnte Schwarz seine Unerfahrenheit in solchen Stellungen nicht verbergen. Bereits im 19. Zug stand Weiss auf Gewinn, nachdem Schwarz damit beschäftigt war, sein Loch auf d6 zu stopfen, anstatt Gegenspiel zu organisieren. Die Folge war ein kleines taktisches Gemützel, das als Resultat den Gewinn der Qualität und ein vorteilhaftes Endspiel Turm u. Dame gegen Springer u. Dame mit sich brachte. Toni verwertete das Ganze souverän und sicherte uns den fünften Punkt.

Endstand 5:1.

Ein für mich entspannter Nachmittag ging damit viel zu schnell zu Ende. Beim abschliessenden gemütlichen Abendessen im Restaurant Eule durften (mussten) wir dann das Ganze noch einmal Revue passieren lassen und die Highlights noch einmal geniessen. Besonders die Partie von Daniel Portmann sorgte noch für ausreichend Gesprächsstoff.

Hugo Ensmenger (Captain Team 2)


12.12.2022 - Matchbericht St. Gallen - Tribschen 1 (2. Bundesliga SGM) l 83

Pünktlich zum Wintereinbruch fuhren wir nach St. Gallen zum ersten Auswärtsspiel der neuen Saison. Nach mehreren Jahren in der Westgruppe sind wir wieder in die Ostgruppe gewechselt. Wir mussten ersatzgeschwächt antreten, mit Martin und Olaf sprangen zwei Spieler kurzfristig ein - vielen Dank dafür. Ich hatte bezüglich Resultaterwartungen etwas Bauchweh, aber das stellte sich als ganz unnötig heraus. Hier mein (unvollständiger) Brett-zu-Brett-Bericht:

Brett 1: Davide überraschte seinen Gegner gleich im ersten Zug und hatte nach eigener Aussage auch mit dessen «ausweichender» Antwort gerechnet, dann aber selbst die Varianten verwechselt. Er geriet in eine sehr beengte Stellung, wo Noah Fecker bald auf zwei Schwächen (die offene a-Linie und den schwachen f7-Bauern) und noch dazu gegen den unrochierten König spielen konnte. Das liess sich dann schon nicht mehr lange so halten.

Brett 2: Lubo erreichte gegen IM Milan Novkovic aus der Eröffnung heraus eine sehr bequeme Stellung. Für den vereinzelten c-Bauern verfügte er als Kompensation über ein wunderbar freies Läuferpaar gegen Läufer und Springer. Ich denke, der IM war in der Stellung auch schon zufrieden über das Remisangebot von Lubo. Gratulation an Lubo zu einem erneuten starken Resultat gegen einen Titelträger.

Brett 3: Ich hatte am Anfang gesagt: Wenn ich schon an Brett drei spielen kann (muss), kann es nicht gut um die Mannschaft aussehen. Ich hatte es mit Marc Potterat zu tun und kam eher schlecht aus der Eröffnung. Ich entdeckte aber einige aktive Verteidigungsressourcen und konnte so – auch dank ungenauem Spiel des Gegners – die Partie ausgleichen und sogar minimalen Vorteil erspielen. Als ich mit einem (kaum verwertbaren) Mehrbauern Remis anbot, stand es schon 4-2 für uns, und die Annahme des Angebots stellte unseren Mannschaftssieg sicher.

Brett 4: Olafs Stellung gegen Elias Giesinger gefiel mir schon sehr früh. Ein mörderisches Läuferpaar schielte bald von b1 und b2 aus auf den schwarzen König. Olaf erspähte ein mindestens Remis versprechendes Springeropfer auf f7, aber Elias fand die richtigen Verteidigungszüge nicht. Stattdessen stand Olaf, nachdem sich der Qualm verzogen hatte, mit Mehrbauer und Mehrqualität da und verwertete seinen Vorteil souverän. [Kommentar von Olaf: Laut Computer gab es keine Verteidigungszüge mehr. Ich stand nach Springeropfer auf f7 immer mindestens +4. Auch schon in der Partie habe ich dann gesehen, dass ich mühelos, selbst mit 2 Leichtfiguren weniger immer auf Gewinn stehe. Wenn Elias, auf f3 nimmt, dann nehme ich einfach nicht zurück, spiele d5 mit Mattdrohung nebst Txe6, stecke dann nach den 2 Leichtfiguren noch eine Qualle ins Geschäft und undeckbar Matt.]

Brett 5: Von Martins Partie habe ich gar nichts mitbekommen, ausser dass er mit dem Remis gegen Anton Thaler nicht wirklich zufrieden zu sein schien. War da mehr drin? Ich kann es nicht sagen.

Brett 6: Toni überspielte seinen Gegner Roman Schmuki von Anfang an. Er entwickelte - wenn ich richtig gesehen habe – Initiative auf dem ganzen Brett und gewann zwei Bauern, die er im Turmendspiel mühelos in den ganzen Punkt umsetzen konnte.

Brett 7: Auch hier habe ich nicht wirklich viel gesehen. Mir schien, dass Dani nach einem taktischen Schlagabtausch auf der f- und e-Linie (?) Material gewann und das zum Partiegewinn ummünzte.

Brett 8: Schon auf der Fahrt nach St. Gallen hatte Roman etwas vom Wolga-Gambit erzählt, und tatsächlich spielte sein Gegner Jan Fecker genau dieses. Roman war offenbar gut vorbereitet und kannte (oder fand) die künstliche Rochade-Idee mit Ke1-f1, g3, Kg2. Er hielt seinen Damenflügel zusammen und konnte mit den Schwerfiguren den übriggebliebenen a-Bauen vorantreiben und schliesslich durch das Mehrmaterial und den Figurendruck gewinnen.

Gesamt also: Ein 2-2 an den ersten 4 Brettern, ein 3.5-0.5 an den hinteren 4, das kann sich sehen lassen.

[Frank Neubert]


13.11.2022 - Tribschen am Schachtag 2022 l 1139

Im Mythenforum zu Schwyz fand dieses Jahr der Innerschweizer Schachtag statt. Ausrichter war die Schachvereinigung Goldau-Schwyz. 

Der Schachklub Tribschen war mit 7 Spielern vertreten (plus einigen, die im ISV aber für andere Sektionen spielen). In der Kategorie A erreichten FM Daniel Lustenberger und Frank Neubert genau ihre Startplätze. Dani holte mit 5.5 aus 7 Platz 2, Frank mit 4 Punkten den 6. Rang. 

Moritz Isch vertrat unsere Farben in der Kategorie C und belegte Platz 8, wobei er 4.5 Punkte zur Sektionenwertung beisteuerte. 

Unsere stärkste Fraktion war in der Schülerkategorie vertreten. Einzig Florian brachte bereits Turniererfahrung mit, konnte mit 3 aus 7 aber nicht ganz an seine Leistung von 2019 anknüpfen, wo er 5 geholt hatte. Tizian, Elouan und Benjamin standen zum ersten Mal im Turniereinsatz. Während Elouan noch viel Lehrgeld zahlen musste - was sich sicherlich beim nächsten Turnier auszahlen wird - errang Tizian 4 Punkte und Platz 7. Benjamin brachte es auf 2.5 Punkte.

Mit den 18 Punkten der 4 Punktbesten belegte Tribschen den geteilten 4. Platz hinter Cham (20), Sursee und Zug (je 18.5). Danke an alle Spieler und ein grosses Dankeschön für die tolle Organisation an das OK von der Schachvereinigung Goldau-Schwyz.

(Frank Neubert)


31.08.2022 - SMM NLB 4. Runde St. Gallen 1 - Tribschen 1 l 174
St. Gallen : Tribschen 2:6
 
Nach knapp 2 Stunden sah alles noch an allen Bretten recht ausgeglichen aus. An Brett 1 hatte Jürgen im Budapester gegen IM Novkovic mit Ta6 eine Fortsetzung gewählt, die ich noch nie gesehen habe (was nicht viel heißen will), die aber schon spielbar zu sein scheint. Novkovic schien diese Variante nicht zu kennen und so kam Jürgen schnell in Vorteil.
 
Ebenso am Brett 2, wo Davides Gegner schon früh im Phillidor auf d4 genommen hat, was Davide Raum und Angriffschancen eröffnete. Als dann Sfr. Akermann dann den Damenspringer von a6 nicht nach c5, sondern nach b4?? überführte (um den B auf c3 anzugreifen) konnte Davide mit e5!! die Stellung öffnen und hatte dann relativ leichtes Spiel. Sfr Akermann kam nicht einmal mehr dazu mit dem Springer auf c2 zu nehmen. Die Stellung war einfach schon verloren.Souveräner und dieskussionsloser Sieg von Davide.
 
Am Brett 3 gefiel mir die Stellung von Markus irgendwie nie so ganz. Justament als er sich imho erholt hatte und etwas Gegenspiel am Königsflügel stellte er eine Figur ein und die Stellung war hoffnungslos.
 
Brett 4 baute Daniel recht solide im Londoner System auf. Mir persönlich gefällt Dc2 immer besser als Dc1, aber das ist whol eher Geschmackssache. Die Stellung war lange Zeit ausgeglichen. Daniel konnte dann aber im Verlauf der Partie einen minimalen Vorteil erzielen. Somit 5:2
 
Brett 5: Nicolas baute sich hier im geschlossenen Sizilianer ganz solide und ruhig auf. Sfr. Jenal spielte recht ambitionslos und statt am Damenflügel aktiv zu werden, verhielt er sich recht passiv und gestattet Nicolas aktiv am Königsflügel vorzugehen, was dieser dann auch konsequent tat.
 
Brett 6: Ich spielte wie immer mein Zuckertort herunter und war quasi ohne Zeitverlust ins Mittelspiel gekommen. Dort bot ich einen Bauern an gegen aktives Spiel, worauf mein Gegner nicht einging. Ich hätte dann einen Bauern gewinnen können, hätte aber dafür ungleiche Läufer + 2T +D auf dem Feld behalten und eine recht luftige Königsstellung. Angesichts des Zwischenstandes war mir das zu riskant und ich wickelte in ein remisiges, knapp besseres Endspiel ab.
 
Brett 7: Daniel P  spielte eine grundsolide Partie und hatte dann im Endspiel die d-Linie für den T + den besseren Läufer. Das Remis Angebot des Gegners lehnte er ab. Sah gut für uns aus hier.
 
Brett 8: Roman ging recht agressiv gegen den Königsflügel nach großer Rochade vor. Irgendwie war er aber dann doch nicht schnell genug. Die Frage ist, ob man besser auf h7 oder f7 genommen hätte ist hier schwierig zu beantworten ohne die Maschine zu befragen. Nachdem sein Gegner b4 gespielt hat, habe ich da keinen Vorteil mehr für Roman gesehen.
 
Es ging dann doch Schlag auf Schlag, ehe ich mich versah , kam die Meldung 3,5 für uns und das kam so. Jürgen hatte IM Novkovic total überspielt und die Qualle gewonnen. Die Frage war nur, ob man nicht schon früher (vor seinem h4 nicht hätte g5 spielen können). Fast zeitgleich gewann auch Davide völlig ungefährdet, somit 2:0 für uns. Danach konnten Roman durch remis und Daniel P an den Schlußbrettern erhöhen, wobei Daniels Sieg wirklich sauber herausgespielt war. Ganz solide und ohne dem Gegner auch nur die geringste Aussicht auf Vorteil zu geben.
 
Somit blieben die "Mittelbretter". Markus versuchte mit Minusfigut und seinen Freibauer auf f3 noch etwas im Trüben zu fischen, war aber nach dem Figureneinsteller chancenlos. Somit 3,5: 1,5
 
Nicolas hatte dann dann schon in Gewinnstellung noch ein schönes taktisches Manöver Dd3, bei dem er mit Damenopfer Matt drohte. Sein Gegner gab dann in chancenloser Stellung auch auf und der Deckel war auf dem Sieg drauf.
 
Daniel L hatte inzwischen eine klar bessere Stellung in einem Endspiel T+ungleichfarbigen Läufern mit Bauernvorteil erreicht. Te1? stellte dann nach einem weiteren Bauernopfer des Gegners leider die Qualle ein, die Stellung war aber immer noch gut genug für remis.
 
Mein Gegner hatte sich in den Kopf gesetzt, sein schlechteres Endspiel zu gewinnen und zog mit dem König in Richung Damenflügel um meinen Freibauern auf d5 zu bockieren. Den verwaisten Königsflügel konnte ich dann aufbrechen und einen zweiten, entfernten Freibauern (auch noch den Randbauern) zu schaffen. Sein damit entstehender Freibauer auf der f-Linie konnte ich einfach blockieren mit K + später L und so gab er dann nach d6! mit Bauernopfer meinerseits auf, weil dann der Randbauer einfach eiziehen würde. Falle er auch d6 nicht nimmt , kommt ein erneutes Scheinopfer auf d7 und gegen 2 Freibauern auf der 7. Linie war kein Kraut mehr gewachsen. Am Rande sei bemerkt, daß ich in der ganzen Partie niemals materiellen Vorteil hatte oder Mattdrohungen aufstellen konnte. Und die Aufgabe der Partie kam, als er einen Bauern hätte gewinnen können )))
 
Insgesamt eine konzentrierte und bärenstarke Mannschaftsleistung. St. Gallen war mit 2:6 noch richtig gut bedient, das hätte auch ohne Weiteres 7.5 ausgehen können. Besonders hervorzuheben die Leistungen an den beiden Spitzenbrettern. Daß beide Gegner auf diesem Niveau vollständig chancenlos sind, ist eher selten. 
 
Wichtiger Sieg für uns, denn bei einer Niederlage hätten wir uns sehr ernsthaft mit dem Abstieg beschäftigen müssen. Das Abstiegsgespenst ist noch nicht ganz gebannt, es gilt jetzt in den kommenden beiden Runden nachzulegen.